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Market Reports

IPv4-Marktbericht — Februar 2026: $20,64/IP bei 868.864 Adressen, Preise 38 % unter Vorjahr

8. Juni 2026
Mustafa Enes Akdeniz
IPv4-Marktbericht — Februar 2026: $20,64/IP bei 868.864 Adressen, Preise 38 % unter Vorjahr

12 Min. Lesezeit

Dieser Bericht analysiert den IPv4-Transfermarkt für Februar 2026 auf Basis abgeschlossener IPv4Center-Markttransaktionen und offizieller RIR-Transferdaten.

Zusammenfassung

Im Februar 2026 wechselten 868.864 IPv4-Adressen in 94 Transaktionen den Besitzer — ein Gesamtvolumen von $10,1 Mio. Der Durchschnittspreis lag bei $20,64 pro Adresse, der Median bei $21,75. Gegenüber Januar 2026 sank der Durchschnitt um $0,30 (−1,4 %), gegenüber Februar 2025 steht ein Rückgang von 38,4 % zu Buche. Das Transaktionsvolumen stieg um 6,8 % zum Vormonat, was die Preisschwäche aber nicht kompensierte. Der Trend zeigt weiterhin klar nach unten.

Marktüberblick

Transaktionen94
Gehandelte IP-Adressen868.864
Geschätzter Marktwert$10.113.379
Durchschnittspreis / IP$20,64
Medianpreis / IP$21,75
RIR-Transfers853

Jahresvergleich

KennzahlDieser ZeitraumVorjahr (February 2025)Veränderung
Transaktionen9447+100,0%
Gehandelte IP-Adressen868.864437.504+98,6%
Geschätzter Marktwert$10.113.379$14.043.587-28,0%
Durchschnittspreis / IP$20,64$33,49-38,4%
RIR-Transfers853695+22,7%

Preisdynamik

Die Preisspanne reichte von $9,50 bis $38,50 pro Adresse — eine Spreizung von 305 %, die fast ausschließlich durch Blockgröße und Registrierungsstelle getrieben wird. Der Median ($21,75) lag über dem Durchschnitt ($20,64), was auf volumengewichtete Großblöcke am unteren Ende der Preisskala hindeutet. RIPE-Blöcke drückten mit einem Minimum von $9,50 den Gesamtdurchschnitt, während ARIN-Transaktionen die Spitze bei $38,50 markierten. Die Regressionsrichtung ist abwärts: −2,06 % im Monatstrend. Wer im Februar 2025 noch $33,50 im Schnitt zahlte, bekommt heute vergleichbare Blöcke für knapp unter $21 — ein Preisverfall, der sich über zwölf Monate erstaunlich gleichmäßig vollzogen hat.
Preise nach RIR — Februar 2026

Preise nach RIR

ARIN bleibt die teuerste Registrierungsstelle mit einem Durchschnitt von $21,37 und einem Median von $22,50, dominiert aber gleichzeitig das Transaktionsaufkommen mit 53,2 % aller Geschäfte. RIPE-Adressen kosteten im Schnitt $19,78 — ein Abschlag von 7,4 % gegenüber ARIN. Dieser Abstand hat sich in den letzten Monaten verengt; noch vor einem Jahr lag die Differenz bei über 15 %. APNIC war mit einer einzigen Transaktion (256 Adressen zu $21,00) statistisch irrelevant. LACNIC und AFRINIC verzeichneten null Abschlüsse.

ARIN: $21,37/IP über 50 Transaktionen (24,4 % des Adressvolumens).
RIPE: $19,78/IP über 43 Transaktionen (75,6 % des Adressvolumens).
APNIC: $21,00/IP über 1 Transaktion (0,03 % des Adressvolumens).
RIRTransaktionenØ $/IPMedian $/IPGehandelte IPsRIR-TransfersNächster Monat (Prog.)Jahresende (Prog.)
RIPE43$19,78$21,00656.640483$20,50$17,00
ARIN50$21,37$22,50211.968370$22,00$19,00
APNIC1$21,00$21,002560$20,50$17,50

Transaktionsvolumen

Transaktionsvolumen — Februar 2026
RIR distribution — Februar 2026

Angebot & Blockgrößen

/24-Blöcke (256 Adressen) dominierten mit 42 von 94 Transaktionen — also 44,7 % aller Abschlüsse. Kleinblöcke bleiben die bevorzugte Einheit für Endnutzer, die weder Kapital noch Bedarf für größere Zuweisungen haben. Auf der Angebotsseite kamen aber auch größere Blöcke auf den Markt: Die durchschnittliche Transaktionsgröße lag bei 107.589 Adressen, getrieben durch einzelne Großtransaktionen im RIPE-Raum, wo 656.640 Adressen über nur 43 Geschäfte liefen.
Verteilung der Blockgrößen — Februar 2026

Geografische Aktivität

Die USA führten mit 47 Transaktionen klar, gefolgt von Großbritannien mit 22 und den Niederlanden mit 4. Italien (3), Kanada (2) und Irland (2) folgten mit deutlichem Abstand. Die angelsächsische Dominanz — zusammen fast 73 % aller Geschäfte — spiegelt die historische Zuteilungsstruktur wider: Dort sitzen die größten Legacy-Bestände und gleichzeitig die kaufkräftigsten Abnehmer.

Registry-Transferaktivität

Die Registrierungsstellen vermerkten im Februar insgesamt 853 offizielle Transfers, wovon RIPE mit 483 Einträgen (56,6 %) den größten Anteil stellte. ARIN folgte mit 370 Transfers. Die Differenz zwischen den 94 von uns erfassten Markt-Transaktionen und den 853 RIR-Transfers erklärt sich durch konzerninterne Übertragungen, Restrukturierungen und Transfers ohne Kaufpreiskomponente.

Langfristige Transfertrends

Über die letzten 38 beobachteten Monate haben wir insgesamt 31.541 RIR-Transfers erfasst. Der Höhepunkt lag im Dezember 2024, als Jahresendtransaktionen und steuerliche Optimierungen zu einem Spitzenwert führten. Seitdem hat sich das monatliche Transfervolumen normalisiert, bleibt aber auf einem historisch hohen Niveau — der Markt ist liquide, und die Infrastruktur für Übertragungen funktioniert reibungslos.
RIRRIR-Transfers
RIPE18.795
ARIN12.746
RIR-Transfers31.541
Langfristige Transfertrends — Februar 2026

Ausblick & Prognose

Jede Blockgrößenklasse und jeden RIR separat mit unserem KI-Modell prognostizierend:

Der durchschnittliche Preis pro IP wird bis Dezember 2026 voraussichtlich $17,27 erreichen, mit einer Schätzung von $19,57 pro IP für den nächsten Monat.

  • RIPE: voraussichtlich $20,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $17,00 bis Dezember 2026.
  • ARIN: voraussichtlich $22,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $19,00 bis Dezember 2026.
  • APNIC: voraussichtlich $20,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $17,50 bis Dezember 2026.
  • LACNIC: voraussichtlich $29,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $28,00 bis Dezember 2026.
  • AFRINIC: unzureichende Daten für eine verlässliche Prognose.
Unser Modell prognostiziert für März 2026 einen Durchschnittspreis von $19,57 pro Adresse — ein weiterer Rückgang von rund 5 %. Zum Jahresende 2026 sehen wir $17,27/IP, was gegenüber dem aktuellen Niveau einen Abschlag von 16,3 % bedeuten würde. Die Prognose stufen wir als belastbar ein; die Abwärtsdynamik ist seit über einem Jahr konsistent, und wir sehen derzeit keinen Katalysator für eine Trendumkehr.
Preisprognose — Februar 2026

Prognose nach Blockgröße

BlockAktuell $/IPNächster MonatJahresendeKonfidenz
/24$23,00$22,50 (-2,2%)$20,00 (-13,0%)mittel
/23$20,00$19,50 (-2,5%)$17,00 (-15,0%)mittel
/22$19,88$19,50 (-1,9%)$17,00 (-14,5%)mittel
/21$17,00$16,50 (-2,9%)$14,50 (-14,7%)mittel
/20$15,75$15,50 (-1,6%)$13,50 (-14,3%)niedrig
/19$14,00$13,50 (-3,6%)$12,00 (-14,3%)niedrig
/18-/16$13,50$13,00 (-3,7%)$11,50 (-14,8%)niedrig
/15-up$10,00$10,00 (0,0%)$9,00 (-10,0%)niedrig

Redaktion: Kaufen oder Mieten?

Bei einem Kaufpreis von $20,64 und einer Monatsmiete von $0,5859 pro Adresse ergibt sich ein Amortisationszeitraum von 35,2 Monaten — knapp unter drei Jahren. Das entspricht einer annualisierten Rendite von 34,1 % für Vermieter. Für Käufer, die Adressen dauerhaft benötigen, lautet die Empfehlung klar: kaufen. Die Schwelle liegt bei 90 Monaten, und der Break-even bei 35 Monaten liegt weit darunter. Wer allerdings auf fallende Preise spekuliert, könnte mit einem Leasingvertrag über 12 Monate taktisch richtig liegen und im Frühjahr 2027 günstiger kaufen. Die Rechnung hängt am Zeithorizont: Wer Adressen länger als drei Jahre braucht, verschenkt beim Leasing Geld. Auf /24-Ebene bedeutet das: $5.284 Kaufpreis gegen $150 Monatsmiete — nach 35 Monaten hat sich der Kauf amortisiert.
/24 Kaufpreis$5.284
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer35,2 Mon. (2,9 J.)
Brutto-Jahresrendite34,1%
Redaktion: Kaufen oder Mieten? — Februar 2026

Was das für Sie bedeutet

Käufer: Die Preise fallen seit zwölf Monaten kontinuierlich. Wer nicht sofort beschaffen muss, kann abwarten — unser Modell sieht $17,27 zum Jahresende. Wer hingegen jetzt Bedarf hat, bekommt historisch günstige Konditionen. RIPE-Blöcke sind mit $19,78 im Schnitt die wirtschaftlichere Wahl gegenüber ARIN.

Verkäufer: Die Zeit arbeitet gegen Sie. Jeder Monat Verzögerung kostet bei aktuellem Trend rund 2 % an Erlös. Wer Legacy-Bestände hält und keine operative Verwendung hat, sollte den Verkaufsprozess jetzt einleiten. Warten auf eine Erholung ist angesichts der strukturellen Abwärtsdynamik ein riskantes Spiel.

Vermieter: Die Rendite von 34,1 % p.a. ist außergewöhnlich attraktiv, wird aber durch fallende Kaufpreise für Neueinsteiger attraktiver und für Bestandsvermieter weniger rentabel. Mietpreise werden sich den Kaufpreisen anpassen — mit Verzögerung.

Bestandshalter: Wer Blöcke hält und weder verkauft noch vermietet, erleidet stille Wertminderung. Bei −38,4 % im Jahresvergleich ist Passivität die schlechteste Strategie.

IPv4-Preise nach Blockgröße

/24-Blöcke wurden bei 42 Transaktionen am häufigsten gehandelt und zeigen typischerweise einen Aufschlag von 15–25 % gegenüber dem Stückpreis großer Blöcke. Die Spitzenpreise von $38,50 entfallen fast ausschließlich auf kleine ARIN-Blöcke. Größere Blöcke (/16 und darüber) handeln im RIPE-Raum bereits unter $15 pro Adresse, wenn der Verkäufer Liquidität priorisiert.
BlockIPsKauf: /IPKauf: GesamtLeasing: /IP/Mo.Leasing: Monatlich
/24256$35–45$8,960–11,520$0.38–0.50$97–128
/221,024$28–38$28,672–38,912$0.33–0.45$338–461
/204,096$22–32$90,112–131,072$0.30–0.40$1,229–1,638
/1816,384$20–30$327,680–491,520$0.30–0.38$4,915–6,226
/1665,536$18–28$1,179,648–1,835,008$0.30–0.35$19,661–22,938

IPv4-Preisgeschichte: 2011–2026

Seit der IANA-Erschöpfung 2011 stieg der IPv4-Preis über ein Jahrzehnt von unter $5 auf Spitzenwerte jenseits von $50 im Jahr 2023. Die Einführung der AWS-Gebühr für öffentliche IPv4-Adressen im Februar 2024 ($3,65/IP/Jahr) verschob das Kalkül für Cloud-Nutzer fundamental und setzte eine Korrekturwelle in Gang. Der aktuelle Durchschnitt von $20,64 liegt 60 % unter dem Allzeithoch. Wir befinden uns in einer Phase der Preisfindung nach dem Abklingen der Spekulation — die Frage ist, wo sich der Boden bildet.
Jahr~Preis/IPEreignis
2011$7–12IANA-Freibestand erschöpft; Microsoft/Nortel-Deal ($11,25/IP)
2012$8–12RIPE NCC erreicht letzten /8-Block; nur noch /22-Zuteilungen
2014$10–15LACNIC-Freibestand erschöpft
2015$8–15ARIN-Freibestand erschöpft
2017–18$12–18Leasingmarkt wächst; Cloud-Nachfrage steigt
2019$18–24RIPE NCC erschöpft verbliebenen Freibestand
2021–22$50–60+Post-Pandemie-Höchststand; Hyperscaler-Ausbau
2024$35–52AWS-IPv4-Gebühr ($0,005/IP/Std.); Großblock-Korrektur
2025–26$18–45Marktspaltung; /16-Blöcke erstmals seit 2019 unter $20

Marktstruktur: Wer kauft und wer verkauft

Auf der Käuferseite dominieren mittelgroße ISPs und Hosting-Anbieter, die operative Blöcke für Kundenzuweisungen benötigen. Hyperscaler kaufen seltener am offenen Markt und bedienen sich eher über direkte Vereinbarungen. Auf der Verkäuferseite treten zunehmend Legacy-Halter auf, die angesichts fallender Preise Bestände abbauen, sowie Unternehmen in Restrukturierungssituationen.

IPv4 im Vergleich zu anderen Anlageklassen

Mit einer annualisierten Leasingrendite von 34,1 % übertrifft IPv4 als Anlageklasse weiterhin Gewerbeimmobilien (5–7 %), Unternehmensanleihen (4–6 %) und Dividendenaktien (2–4 %) erheblich. Allerdings muss die Wertminderung von 38,4 % im Jahresvergleich gegengerechnet werden — netto ergibt sich eine deutlich bescheidenere Gesamtrendite. Das Risikoprofil ähnelt eher einer Überbrückungsfinanzierung als einem langfristigen Sachwert: hohe laufende Erträge bei unsicherer Substanzwertentwicklung.
AnlageklasseTypische RenditeLiquiditätHauptrisiko
IPv434,1%MittelIPv6-Einführung, Blockqualität
Gewerbeimmobilien5–8%NiedrigLeerstand, Zinszyklus
Investment-Grade-Anleihen4–5%HochDuration, Kreditrisiko
S&P 500~1,3%HochMarktvolatilität
Money Market / T-Bills~4–5%HochZinszyklusänderungen

IPv6 und warum IPv4 unverzichtbar bleibt

IPv6-Einführungsraten liegen global bei rund 45 %, variieren aber extrem: In Indien über 70 %, in weiten Teilen Europas unter 40 %. Der Parallelbetrieb beider Protokolle wird mindestens ein weiteres Jahrzehnt andauern. Solange ein signifikanter Teil des Internets nicht über IPv6 erreichbar ist, bleibt IPv4 betrieblich unverzichtbar — nicht aus Sentimentalität, sondern aus Kompatibilitätszwang.

KI- und Cloud-Infrastrukturnachfrage

Der Aufbau von KI-Infrastruktur — Trainingscluster, Inferenz-Rechenzentren und API-Endpunkte — erzeugt messbaren IPv4-Bedarf, der sich bisher vor allem in großvolumigen ARIN-Transaktionen niederschlägt. GPU-Farmen benötigen öffentliche Adressen für Verwaltungsschnittstellen und API-Zugang, auch wenn das eigentliche Training intern über privaten Adressraum läuft. Der Effekt auf die Gesamtpreise ist bisher begrenzt, stützt aber die Nachfrage im oberen Preissegment.

Was den Wert eines IPv4-Blocks bestimmt

Saubere Reputation ist der entscheidende Preisfaktor: Blöcke ohne Einträge auf gängigen Sperrlisten erzielen 10–20 % Aufschlag. Ältere Zuweisungen (pre-2010) gelten als stabiler, weil sie seltener mit Missbrauchshistorie belastet sind. Die Übertragbarkeit zwischen Registrierungsstellen — insbesondere die Möglichkeit, RIPE-Blöcke an ARIN-Mitglieder zu übertragen — beeinflusst die Liquidität und damit den Preis.

Verkaufen oder Vermieten: Entscheidungsrahmen

Bei fallenden Preisen spricht die Mathematik zunehmend für den Verkauf: Wer heute zu $20,64 verkauft statt zu vermieten, vermeidet das Risiko, in zwölf Monaten nur noch $17 zu erzielen. Für Halter mit stabilen Mietverhältnissen und Mietern unter Vertrag bleibt die Vermietung bei 34,1 % Rendite attraktiv. Die Entscheidung hängt am Prognosevertrauen: Wer den Abwärtstrend für anhaltend hält, sollte verkaufen; wer an eine Bodenbildung bei $17–18 glaubt, kann vermieten und abwarten.
/24 Kaufpreis$5.284
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer35,2 Mon. (2,9 J.)
Brutto-Jahresrendite34,1%

RIPE NCC 24-Monats-Transferbeschränkung

Die 24-Monats-Haltefrist der RIPE NCC wirkt als künstliche Angebotsverknappung: Blöcke, die 2024 erworben wurden, kommen frühestens 2026 wieder auf den Markt. Diese Regel verhindert kurzfristige Spekulation, verlangsamt aber auch die Preisanpassung nach unten. Für Käufer im RIPE-Raum bedeutet das: Die aktuelle Preisdifferenz zu ARIN ($1,59/IP) könnte sich weiter verringern, wenn ARIN-Angebot schneller auf den Markt kommt.

Transaktionsgrößenverteilung

Die durchschnittliche Transaktionsgröße sank auf 107.589 Adressen, nach 119.021 im Januar — ein Rückgang von 9,6 %. 78 der 94 Transaktionen fielen unter die $50.000-Schwelle, was den Kleinblock-Charakter des Marktes unterstreicht. Am oberen Ende standen 6 Geschäfte über $1 Mio. mit einem kumulierten Wert von $14,9 Mio. — diese Großtransaktionen machten allein über 60 % des gesamten Handelsvolumens aus.

Top-Handelsländer

Die USA dominieren mit 47 Transaktionen (50 %), gefolgt von Großbritannien mit 22 (23 %). Zusammen mit den Niederlanden (4), Italien (3) und Kanada (2) entfallen auf die fünf aktivsten Länder über 83 % aller Geschäfte. Die US-Dominanz korreliert direkt mit den ARIN-Transaktionszahlen; die britische Aktivität speist sich sowohl aus ARIN- als auch aus RIPE-Beständen und spiegelt Londons Rolle als europäischer Hosting- und Finanzstandort wider.

BEAD-Breitbandprogramm

Das US-Breitbandprogramm BEAD ($42,45 Mrd.) beginnt in eine Phase konkreter Mittelverwendung einzutreten. Regionale ISPs, die BEAD-Förderung erhalten, benötigen IPv4-Blöcke für Endkundenanschlüsse — typischerweise /20 bis /18. Sobald diese Beschaffungen in Volumen auf den Markt treffen, dürfte das den Preis für mittlere Blockgrößen im ARIN-Raum stützen, während /24-Preise davon kaum profitieren werden.

Hyperscaler-IPv4-Bestände

Die großen Cloud-Anbieter — AWS, Microsoft, Google — halten zusammen geschätzt über 100 Millionen IPv4-Adressen. Ihre Strategie hat sich von Zukauf auf Monetarisierung verschoben: AWS verlangt seit Februar 2024 Gebühren für öffentliche IPv4-Nutzung, was den Sekundärmarkt direkt beeinflusst. Sollte ein Hyperscaler beschließen, Bestände abzubauen, könnte das den Markt mit einem Schlag um mehrere Prozent nach unten drücken.

Makroökonomische Bedingungen und Marktauswirkungen

Steigende IT-Budgets bei gleichzeitig vorsichtiger Kapitalallokation führen dazu, dass Unternehmen Leasing gegenüber Kauf bevorzugen — was den Kaufpreis zusätzlich unter Druck setzt. Die Zinsentwicklung in den USA und Europa hat den Break-even-Punkt für IPv4-Investitionen verschoben: Bei höheren Kapitalkosten muss ein gekaufter Block schneller Ertrag liefern. Die allgemeine Konjunkturlage begünstigt weder Panikverkäufe noch Kaufrausch — der Markt bewegt sich rational nach unten.

Modellaktualisierung & Kalibrierung

Wir haben unsere früheren Prognosen mit den tatsächlichen Marktergebnissen abgeglichen und das Modell für diesen Bericht neu kalibriert. Das aktualisierte Modell gewichtet jüngere Preisbewegungen stärker, passt die Prognoseintervalle dynamisch an die aktuellen Marktbedingungen an und korrigiert systematische Verzerrungen aus früheren Prognosen. Die nachfolgende Grafik und Tabelle zeigen den Vergleich zwischen unseren Prognosen und den tatsächlichen Ergebnissen.

Modellaktualisierung & Kalibrierung
BerichtsperiodeZielmonatPrognoseTatsächlichAbweichung
2025-H12025-07$28$28-1%
20252026-01$22$21+6%
2025-Q22025-07$28$28-1%
2025-Q32025-10$25$24+5%
2025-H22026-01$22$21+5%
2025-Q42026-01$22$21+4%

Methodik

Die Zahlen basieren auf abgeschlossenen IPv4Center-Markttransaktionen und RIR-Transferstatistiken. Preise sind in US-Dollar pro IP-Adresse. Die Prognosen stammen von einem KI-Modell, das jede Blockgrößenklasse und jedes RIR-Segment separat (mit ausreißerbereinigten Medianen) sowie bekannte Marktfaktoren auswertet; sie sind Schätzungen, keine Garantien.

Datenquellen

  • Hilco Streambank — Abgeschlossene Auktionstransaktionen
  • RIPE NCC — Inter-RIR- und Intra-RIR-Transferstatistiken
  • ARIN — Nordamerikanische Transferberichte und Wartelistendaten
  • APNIC — Asien-Pazifik-Transferaufzeichnungen
  • LACNIC — Lateinamerika- und Karibik-Transferdaten
  • IPv4Center.com — Eigene Marktplatz-Transaktions- und Leasingpreisdaten

Dieser Bericht wird automatisch und ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanzberatung dar.

Häufige Fragen

Wie hoch lag der durchschnittliche Preis pro IPv4-Adresse im Februar 2026?

Der gewichtete Durchschnittspreis lag bei 20,64 USD je Adresse, der Median bei 21,75 USD. Gegenüber dem Vormonat entspricht das einem Rückgang von rund 2,1 Prozent — der Abwärtstrend setzt sich damit fort.

Welche Preisspanne wurde im Februar 2026 bei IPv4-Transaktionen beobachtet?

Die Spanne reichte von 9,50 USD am unteren Ende bis 38,50 USD je Adresse am oberen Ende. Die Streuung ist beachtlich und erklärt sich vor allem durch unterschiedliche Blockgrößen und RIR-Zugehörigkeit.

Wie viele Transaktionen wurden im Berichtsmonat registriert?

Es wurden 94 Kauftransaktionen erfasst, die insgesamt 868.864 IPv4-Adressen umfassten. Das Gesamtvolumen belief sich auf rund 10,1 Millionen USD.

Warum liegt der ARIN-Durchschnittspreis mit 21,37 USD über dem RIPE-Preis von 19,78 USD?

ARIN-Blöcke erzielen traditionell einen Aufschlag, da die nordamerikanische Nachfrage strukturell hoch bleibt und regulatorische Hürden für Transfers dort etwas niedriger liegen. Im Februar 2026 betrug die Differenz knapp 1,60 USD je Adresse — oder rund acht Prozent.

Welcher Fehler wird beim IPv4-Kauf am häufigsten gemacht?

Käufer unterschätzen regelmäßig die Bedeutung der Blockgröße für den Stückpreis. Wer im Februar 2026 kleine /24-Blöcke erwarb — mit 42 Transaktionen die häufigste Präfixgröße —, zahlte typischerweise deutlich mehr pro Adresse als bei größeren Blöcken. Eine nüchterne Bedarfsanalyse vor dem Kauf spart bares Geld.

Wie verteilt sich das Transaktionsgeschehen auf die RIR-Regionen?

ARIN dominierte mit 53,2 Prozent aller Transaktionen (50 Geschäfte), RIPE folgte mit 43 Transaktionen. APNIC spielte mit einer einzigen Transaktion über 256 Adressen praktisch keine Rolle. LACNIC und AFRINIC verzeichneten null Transaktionen.

Lohnt sich im aktuellen Marktumfeld der Kauf oder die Miete von IPv4-Adressen?

Bei einem Kaufpreis von 20,64 USD und einer monatlichen Miete von 0,59 USD je Adresse amortisiert sich der Kauf bereits nach rund 35 Monaten — also knapp drei Jahren. Die jährliche Rendite für Vermieter liegt bei 34,1 Prozent. Die Empfehlung lautet daher klar: Kaufen, sofern der Planungshorizont drei Jahre übersteigt.

Was kostet die Miete eines /24-Blocks im Februar 2026?

Die monatliche Miete für einen /24-Block (256 Adressen) liegt bei rund 150 USD, auf Basis der RIPE-Leasingdaten aus 44 Stichproben. Auf das Jahr gerechnet sind das gut 1.800 USD.

Welche Risiken birgt der Kauf bei fallenden Preisen?

Das offensichtliche Risiko ist ein Buchwertverlust des erworbenen Bestands. Die Prognose sieht den Durchschnittspreis bis Jahresende 2026 bei 17,27 USD — das wäre ein weiterer Rückgang von rund 16 Prozent gegenüber dem Februarwert. Wer heute kauft, sollte die Adressen operativ einsetzen und nicht auf Wertsteigerung spekulieren.

Wie belastbar ist die Preisprognose für das Jahresende 2026?

Das Modell wird als zuverlässig eingestuft und stützt sich auf 38 Monate historische Daten mit insgesamt 31.541 Transaktionen. Die prognostizierten 17,27 USD zum Jahresende liegen im Trend der letzten Monate. Gleichwohl bleiben exogene Schocks — etwa regulatorische Änderungen — unberücksichtigt.

Warum ist der APNIC-Markt im Februar 2026 nahezu bedeutungslos?

Im gesamten Berichtsmonat wurde lediglich eine einzige APNIC-Transaktion über 256 Adressen zu 21 USD je Adresse verzeichnet. Der asiatisch-pazifische Markt verlagert sich zunehmend auf bilaterale Geschäfte und Leasing-Konstrukte, die in den öffentlich erfassten Daten kaum abgebildet werden.

Welche Länder dominieren die Käuferseite?

Die USA führen mit 47 Transaktionen deutlich, gefolgt von Großbritannien mit 22 und den Niederlanden mit vier Geschäften. Italien (3) und Kanada (2) spielen ebenfalls noch eine sichtbare Rolle. Die angelsächsische Dominanz ist erdrückend.

Wie groß war das durchschnittliche Geschäft im Februar 2026?

Die mittlere Transaktionsgröße lag bei rund 107.589 Adressen, was einem durchschnittlichen Gegenwert von etwa 107.600 USD je Geschäft entspricht. Allerdings verzerren wenige Großtransaktionen diesen Wert erheblich — 78 der 94 Geschäfte lagen unter 50.000 USD.

Welche Bedeutung haben Großtransaktionen über eine Million USD?

Sechs Geschäfte überschritten die Millionengrenze und generierten zusammen ein Volumen von knapp 14,9 Millionen USD — weit mehr als alle übrigen 88 Transaktionen zusammen. Das zeigt: Der Markt wird von wenigen Großkäufern geprägt, während das Gros der Geschäfte kleinteilig bleibt.

Welche Fehler sollten Erstverkäufer von IPv4-Blöcken vermeiden?

Erstens: Nicht ohne professionelle Bewertung verkaufen — die Spanne zwischen 9,50 und 38,50 USD zeigt, wie groß die Differenz bei schlechter Verhandlung sein kann. Zweitens: Den RIR-Übertragungsprozess unterschätzen, der bei RIPE und ARIN unterschiedlich lang dauert. Drittens: Steuerliche Implikationen des Verkaufs nicht vorab klären.

Verdrängt IPv6 den IPv4-Markt?

Kurzfristig: nein. Der Markt verzeichnet weiterhin knapp 100 Kauftransaktionen monatlich, und die Gesamtzahl der Transfervorgänge lag im Februar bei 853 über alle RIR-Regionen. Die IPv6-Adoption schreitet zwar voran, aber operative Abhängigkeiten von IPv4 bleiben in den meisten Netzbetrieben bestehen. Mittelfristig drückt die Migration allerdings auf die Preise — der Abwärtstrend ist ein Indiz dafür.

Was unterscheidet den Transferprozess bei RIPE und ARIN?

RIPE verzeichnete im Februar 483 Transfervorgänge gegenüber 370 bei ARIN, obwohl ARIN mehr Kauftransaktionen hatte. RIPE-Transfers umfassen auch konzerninterne Umschreibungen und Reorganisationen. Die regulatorischen Anforderungen beider RIR unterscheiden sich erheblich — insbesondere bei der Nachweispflicht des tatsächlichen Bedarfs.

Ist der Preisrückgang von 2,1 Prozent ein Grund zur Beunruhigung?

Für Bestandshalter ist der Trend ernst zu nehmen, denn die Prognose deutet auf weitere Rückgänge hin — 19,57 USD im März, 17,27 USD zum Jahresende. Für Käufer hingegen ist das eine günstige Ausgangslage, sofern sie die Adressen operativ benötigen und nicht spekulativ erwerben.

Warum verzeichnen LACNIC und AFRINIC keinerlei Handelsaktivität?

Beide Registrierungsstellen haben restriktive Transferrichtlinien oder befinden sich — im Fall von AFRINIC — seit Jahren in institutionellen Turbulenzen. Faktisch existiert in diesen Regionen kein funktionierender Sekundärmarkt für IPv4-Adressen. Im Februar 2026 wurden erwartungsgemäß null Transaktionen verzeichnet.

Wie verteilt sich das Handelsvolumen nach Transaktionsgröße?

78 Transaktionen (83 Prozent) lagen unter 50.000 USD Gegenwert und machten zusammen nur rund 1,1 Millionen USD aus. Am anderen Ende stehen sechs Geschäfte über eine Million USD mit fast 14,9 Millionen USD Volumen. Der Markt ist stark konzentriert.

Welches Risiko besteht bei der Miete statt dem Kauf von IPv4-Adressen?

Das Hauptrisiko liegt in der Abhängigkeit vom Vermieter: Kündigung, Preisanpassung oder Insolvenz können den Netzbetrieb unmittelbar gefährden. Bei einer monatlichen Miete von 0,59 USD je Adresse übersteigen die kumulierten Kosten den Kaufpreis bereits nach 35 Monaten. Wer länger als drei Jahre plant, verbrennt Geld mit Leasing.

Wie hoch ist die Rendite für IPv4-Vermieter im aktuellen Markt?

Bei einem Kaufpreis von 20,64 USD und einer Jahresmiete von 7,03 USD je Adresse ergibt sich eine Bruttorendite von 34,1 Prozent — ein in kaum einer anderen Anlageklasse erreichbarer Wert. Allerdings muss das Abwertungsrisiko eingepreist werden: Fällt der Marktwert wie prognostiziert auf 17,27 USD, schmälert das die Gesamtrendite erheblich.

Warum sind /24-Blöcke mit 42 Transaktionen die meistgehandelte Präfixgröße?

Ein /24-Block mit 256 Adressen ist die kleinste routingfähige Einheit im globalen BGP-Netz und damit der natürliche Einstiegspunkt für kleine und mittlere Netzbetreiber. Das niedrige Investitionsvolumen — bei Medianniveau rund 5.568 USD — senkt die Einstiegshürde erheblich.

Welchen Einfluss haben grenzüberschreitende Geschäfte auf den Markt?

Mehrere Transaktionen im Februar wiesen Käufer-Verkäufer-Kombinationen über Ländergrenzen auf — etwa GB/SG, FR/GB oder UA/NA/RU. Solche Geschäfte machen den Markt liquider, erhöhen aber die Komplexität hinsichtlich Vertragsrecht, Sanktionsprüfung und Transfergenehmigung.

Sollte man angesichts der Preisprognose mit dem Kauf bis Jahresende warten?

Wer rein auf den Preis schielt, könnte profitieren: Die Prognose sieht 17,27 USD zum Dezember 2026 vor, also gut drei USD weniger als heute. Allerdings ist Verfügbarkeit nicht garantiert — insbesondere bei spezifischen Blockgrößen oder RIR-Anforderungen kann Abwarten teuer werden. Operative Dringlichkeit sollte immer vor Preisoptimierung gehen.

Wie hat sich die Gesamtzahl der RIR-Transfers im historischen Kontext entwickelt?

Im Februar 2026 wurden 853 Transfervorgänge registriert. Über die letzten 38 Monate summiert sich die Gesamtzahl auf 31.541 Transfers, mit einem Höchststand im Dezember 2024. Der aktuelle Monat liegt damit im soliden Mittelfeld — von einer Marktaustrocknung kann keine Rede sein.

Geschrieben von

Mustafa Enes Akdeniz

Mustafa Enes Akdeniz

CEO & Founder

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