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Market Reports

IPv4-Marktbericht — Juni 2026: $21,49/IP bei 580.608 Adressen, Preise 24 % unter Vorjahr

2. Juli 2026
Mustafa Enes Akdeniz
IPv4-Marktbericht — Juni 2026: $21,49/IP bei 580.608 Adressen, Preise 24 % unter Vorjahr

21 Min. Lesezeit

Dieser Bericht analysiert den IPv4-Transfermarkt für Juni 2026 auf Basis abgeschlossener IPv4Center-Markttransaktionen und offizieller RIR-Transferdaten.

Zusammenfassung

Im Juni 2026 wechselten 580.608 IPv4-Adressen in 97 Transaktionen den Besitzer — ein Gesamtvolumen von $7,18 Mio. Der Durchschnittspreis lag bei $21,49 pro IP, der Median bei $20,00. Gegenüber Mai 2026 stieg der Durchschnittspreis um 9,8 %, während die Transaktionszahl um 7,6 % zurückging. Auffällig: Im Jahresvergleich zu Juni 2025 liegen die Preise 24 % tiefer. Der Regressionstrend zeigt mit einem Anstieg von 0,37 % nach oben, doch die Richtung ist eher seitwärts als dynamisch.

Marktüberblick

Transaktionen97
Gehandelte IP-Adressen580.608
Geschätzter Marktwert$7.181.153
Durchschnittspreis / IP$21,49
Medianpreis / IP$20,00
RIR-Transfers328

Jahresvergleich

KennzahlDieser ZeitraumVorjahr (June 2025)Veränderung
Transaktionen9780+21,3%
Gehandelte IP-Adressen580.608295.424+96,5%
Geschätzter Marktwert$7.181.153$6.613.239+8,6%
Durchschnittspreis / IP$21,49$28,27-24,0%
RIR-Transfers328575-43,0%

Preisdynamik

Die Preisspanne im Juni reichte von $10 bis $41 pro IP — ein Spread von $31, der die starke Fragmentierung zwischen Großblöcken und Kleinlosen abbildet. Der Median von $20,00 liegt deutlich unter dem Durchschnitt von $21,49, was auf einige hochpreisige Transaktionen im oberen Segment hindeutet. Der Preisanstieg von 9,8 % gegenüber Mai ist teilweise durch die Verschiebung der Blockgrößen-Mischung erklärbar: Die durchschnittliche Transaktionsgröße stieg von 54.716 IPs im Mai auf 74.033 IPs im Juni, was bei ARIN-dominierten Großblöcken den Schnitt nach oben verzerrt. Auf Jahressicht bleibt der Befund eindeutig: 24 % Preisrückgang seit Juni 2025. AWS' öffentliche IPv4-Gebühr von $0,005/Stunde drückt weiter auf die Nachfrage großer Cloud-Betreiber, und diese Wirkung hat sich über zwölf Monate kumuliert.
Preise nach RIR — Juni 2026

Preise nach RIR

RIPE dominierte mit 49,5 % des Transaktionsvolumens, dicht gefolgt von ARIN. Die Preisunterschiede zwischen den Registraren sind klar strukturiert:

RIPE NCC: $23,20/IP über 48 Transaktionen (16,8 % des IP-Volumens). Der Median von $23,22 zeigt eine enge Verteilung — typisch für den europäischen Markt, wo die 24-Monats-Haltefrist das Angebot verknappt.
ARIN: $19,25/IP über 44 Transaktionen (82,8 % des IP-Volumens). Der Median von $17,75 spiegelt die Dominanz von Großblöcken wider, die den Stückpreis drücken. Spanne von $10 bis $41.
APNIC: $24,75/IP bei nur 4 Transaktionen mit 1.280 IPs. Kleines Volumen, aber stabil im oberen Preissegment.
LACNIC: $25,50/IP bei einer einzigen Transaktion mit 1.024 IPs — der teuerste RIR-Durchschnitt im Juni, allerdings statistisch nicht belastbar bei n=1.
AFRINIC: Keine Transaktionen im Juni. Der Markt bleibt wegen regulatorischer Unsicherheiten praktisch inaktiv.

Die Konvergenz zwischen ARIN und RIPE setzt sich nicht fort. Der Aufschlag für RIPE-Adressen beträgt $3,95 bzw. 20,5 % — etwas höher als in den Vormonaten.
RIRTransaktionenØ $/IPMedian $/IPGehandelte IPsRIR-TransfersNächster Monat (Prog.)Jahresende (Prog.)
RIPE48$23,20$23,2297.79293$23,50$24,00
ARIN44$19,25$17,75480.512235$17,50$17,00
APNIC4$24,75$23,001.2800$22,00$21,00
LACNIC1$25,50$25,501.0240$25,00$24,00

Transaktionsvolumen

Transaktionsvolumen — Juni 2026
RIR distribution — Juni 2026

Angebot & Blockgrößen

Der /24-Block war mit 36 Transaktionen die meistgehandelte Präfixgröße und machte 37,1 % aller Abschlüsse aus. Für kleine und mittlere Betreiber bleibt der /24 die Einstiegseinheit — er liefert 256 Adressen und ist mit rund $5.500 die liquideste Losgröße am Markt. Die hohe Zahl an Transaktionen unter $50.000 (80 von 97) bestätigt, dass das Kleinblock-Segment den Markt nach Stückzahl trägt, während drei Großtransaktionen über $1 Mio. das Wertvolumen dominieren.
Verteilung der Blockgrößen — Juni 2026

Geografische Aktivität

Die USA führten mit 40 Transaktionen, gefolgt von Großbritannien (19) und Kanada (7). Deutschland kam auf 4 Transaktionen — ein verhaltener Monat für den größten europäischen Markt. Schweden (3), Portugal und Australien (je 2) rundeten die Verteilung ab. Die angelsächsische Dominanz mit zusammen 68 % aller Geschäfte spiegelt die Tiefe der ARIN- und RIPE-Märkte wider.

Registry-Transferaktivität

Die RIR-Registrare verzeichneten im Juni 328 offizielle Transfers. ARIN führte mit 235 Transfers (71,6 %), RIPE folgte mit 93 (28,4 %). APNIC, LACNIC und AFRINIC registrierten keine offiziellen Transfers. Die Diskrepanz zwischen 97 bepreisten Transaktionen und 328 Transfers erklärt sich durch konzerninterne Umwidmungen und Fusionsbedingte Übertragungen ohne Marktpreis.

Langfristige Transfertrends

Über die letzten 42 Monate wurden insgesamt 34.030 RIR-Transfers erfasst. RIPE hält mit 59,7 % den größten Anteil, ARIN kommt auf 40,3 %. Der Höchststand fiel auf Dezember 2024 — ein Monat, in dem Jahresend-Budgets und steuerliche Optimierungen traditionell zu Transaktionsspitzen führen. Seitdem hat sich das monatliche Transfervolumen normalisiert.
RIRRIR-Transfers
RIPE20.329
ARIN13.701
RIR-Transfers34.030
Langfristige Transfertrends — Juni 2026

Ausblick & Prognose

Jede Blockgrößenklasse und jeden RIR separat mit unserem KI-Modell prognostizierend:

Der durchschnittliche Preis pro IP wird bis Dezember 2026 voraussichtlich $20,44 erreichen, mit einer Schätzung von $20,83 pro IP für den nächsten Monat.

  • RIPE: voraussichtlich $23,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $24,00 bis Dezember 2026.
  • ARIN: voraussichtlich $17,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $17,00 bis Dezember 2026.
  • APNIC: voraussichtlich $22,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $21,00 bis Dezember 2026.
  • LACNIC: voraussichtlich $25,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $24,00 bis Dezember 2026.
  • AFRINIC: unzureichende Daten für eine verlässliche Prognose.
Das Prognosemodell erwartet für Juli 2026 einen Durchschnittspreis von $20,83/IP — ein leichter Rückgang von 3,1 % gegenüber dem Juni-Niveau. Zum Jahresende 2026 projiziert das Modell $20,44/IP, was einem weiteren Abschmelzen um 4,9 % vom aktuellen Niveau entspräche. Die Zuverlässigkeit der Prognose ist als hoch einzustufen; der übergeordnete Abwärtstrend auf Jahressicht dürfte anhalten, solange die Cloud-Betreiber keine neue Großnachfrage entfalten.
Preisprognose — Juni 2026

Prognose nach Blockgröße

BlockAktuell $/IPNächster MonatJahresendeKonfidenz
/24$26,00$26,00 (0,0%)$25,50 (-1,9%)mittel
/23$20,00$20,50 (+2,5%)$20,00 (0,0%)mittel
/22$17,00$17,00 (0,0%)$16,50 (-2,9%)mittel
/21$17,70$17,50 (-1,1%)$17,00 (-4,0%)niedrig
/20$15,75$15,75 (0,0%)$16,00 (+1,6%)niedrig
/19$14,25$14,50 (+1,8%)$14,00 (-1,8%)niedrig
/18-/16$13,50$13,50 (0,0%)$14,00 (+3,7%)niedrig
/15-up$10,00$10,00 (0,0%)$10,50 (+5,0%)niedrig

Redaktion: Kaufen oder Mieten?

Die Kauf-oder-Miete-Rechnung fällt im Juni 2026 klar zugunsten des Kaufs aus. Bei einem Kaufpreis von $21,49/IP und einer Monatsmiete von $0,5859/IP amortisiert sich der Kauf nach 36,7 Monaten — also in gut drei Jahren. Die jährliche Mietrendite liegt bei 32,7 %, was den Kauf für jeden Halter mit einem Zeithorizont über drei Jahre wirtschaftlich sinnvoll macht. Für einen /24-Block bedeutet das: $5.501 Kaufpreis gegen $150 monatliche Miete. Wer den Block länger als 37 Monate benötigt, spart durch den Kauf. Bei den aktuellen Preisrückgängen — 24 % unter Vorjahr — ist der Einstiegspunkt für Käufer so günstig wie seit 2022 nicht mehr. Leasingnehmer sollten ihre Verträge auf Festpreise prüfen: die fallenden Kaufpreise werden mittelfristig auch die Mietkonditionen unter Druck setzen.
/24 Kaufpreis$5.501
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer36,7 Mon. (3,1 J.)
Brutto-Jahresrendite32,7%
Redaktion: Kaufen oder Mieten? — Juni 2026

Was das für Sie bedeutet

Käufer: Der Markt bietet Einstiegsniveaus, die 24 % unter dem Vorjahreswert liegen. Die Prognose zeigt weitere moderate Rückgänge bis Jahresende. Wer in den nächsten sechs Monaten kaufen will, sollte nicht auf den absoluten Tiefstpunkt spekulieren, sondern die aktuelle Liquidität nutzen — 80 Transaktionen unter $50.000 belegen, dass Blocks im Kleinformat verfügbar sind.

Verkäufer: Der Preisdruck auf Jahressicht ist real. Wer Blöcke mit kurzer Haltefrist hält und keinen operativen Bedarf hat, sollte Verkäufe nicht aufschieben. RIPE-Adressen erzielen aktuell $23,20/IP — ein Aufschlag von über 20 % gegenüber ARIN, der aber nicht ewig halten muss.

Leasingnehmer: Die Amortisation bei 36,7 Monaten spricht gegen langfristige Mietverträge. Wer einen Bedarf über drei Jahre absehen kann, fährt mit dem Kauf besser. Kurzfristige Projekte unter zwei Jahren rechtfertigen die Miete weiterhin.

Blockhalter mit Bestand: Die Mietrendite von 32,7 % p.a. ist attraktiv und liegt weit über klassischen Anlageklassen. Bestehende Blöcke, die nicht operativ genutzt werden, sollten vermietet werden — der Markt zahlt $0,5859/IP/Monat bei RIPE-Adressen.

IPv4-Preise nach Blockgröße

Der /24-Block — 256 Adressen — handelt aktuell bei rund $5.501 und bleibt die liquideste Einheit. Die Prämie pro IP für Kleinblöcke ist erheblich: RIPE /24-Blöcke gehen bei $23,22/IP über den Tisch, während ARIN-Großblöcke im Median bei $17,75 landen. Der Stückpreis für einen /16 (65.536 IPs) liegt typischerweise 20–30 % unter dem /24-Niveau, doch die Liquidität ist dünner — nur drei Transaktionen über $1 Mio. im Juni belegen, dass Großblöcke selten den Besitzer wechseln.
BlockIPsKauf: /IPKauf: GesamtLeasing: /IP/Mo.Leasing: Monatlich
/24256$35–45$8,960–11,520$0.38–0.50$97–128
/221,024$28–38$28,672–38,912$0.33–0.45$338–461
/204,096$22–32$90,112–131,072$0.30–0.40$1,229–1,638
/1816,384$20–30$327,680–491,520$0.30–0.38$4,915–6,226
/1665,536$18–28$1,179,648–1,835,008$0.30–0.35$19,661–22,938

IPv4-Preisgeschichte: 2011–2026

Seit der IANA-Erschöpfung 2011 haben IPv4-Preise einen langen Aufwärtszyklus durchlaufen, der 2023 mit Spitzenwerten um $50–55/IP seinen Höhepunkt erreichte. Der Wendepunkt kam mit Amazons Einführung der öffentlichen IPv4-Gebühr im Februar 2024, die sowohl die Nachfrage als auch die Angebotsstruktur veränderte: Cloud-Nutzer begannen, ungenutzte Adressen zurückzugeben, und der Kaufdruck ließ nach. Seitdem hat sich der Markt in zwei Segmente gespalten — ein stabiles Kleinblock-Segment mit moderaten Preisrückgängen und ein Großblock-Segment, in dem die Preise deutlich schneller gefallen sind. Mit $21,49/IP im Juni 2026 liegt der Markt auf einem Niveau, das zuletzt Anfang 2022 gesehen wurde.
Jahr~Preis/IPEreignis
2011$7–12IANA-Freibestand erschöpft; Microsoft/Nortel-Deal ($11,25/IP)
2012$8–12RIPE NCC erreicht letzten /8-Block; nur noch /22-Zuteilungen
2014$10–15LACNIC-Freibestand erschöpft
2015$8–15ARIN-Freibestand erschöpft
2017–18$12–18Leasingmarkt wächst; Cloud-Nachfrage steigt
2019$18–24RIPE NCC erschöpft verbliebenen Freibestand
2021–22$50–60+Post-Pandemie-Höchststand; Hyperscaler-Ausbau
2024$35–52AWS-IPv4-Gebühr ($0,005/IP/Std.); Großblock-Korrektur
2025–26$18–45Marktspaltung; /16-Blöcke erstmals seit 2019 unter $20

Marktstruktur: Wer kauft und wer verkauft

Auf der Käuferseite dominieren mittelständische ISPs, Hosting-Anbieter und Unternehmen mit wachsendem Cloud-Bedarf. Die großen Hyperscaler kaufen selten am offenen Markt — sie halten eigene Bestände oder nutzen private Verhandlungen. Auf der Verkäuferseite kommen Blöcke aus Legacy-Beständen, Unternehmensauflösungen und Bestandsbereinigungen von Telekommunikationsanbietern, die IPv6 im Zugangsnetz ausgerollt haben.

IPv4 im Vergleich zu anderen Anlageklassen

Mit einer jährlichen Mietrendite von 32,7 % übertrifft IPv4 als Anlage die meisten klassischen Anlageklassen deutlich. Deutsche Bundesanleihen rentieren bei 2,5–3 %, Wohnimmobilien in Ballungsräumen bei 3–4 % Bruttomietrendite, und der DAX liefert historisch 7–9 % p.a. Die Kehrseite: IPv4 ist illiquide, regulatorisch komplex und birgt ein Abschreibungsrisiko durch IPv6-Migration — ein Risiko, das sich allerdings seit über einem Jahrzehnt nicht materialisiert hat.
AnlageklasseTypische RenditeLiquiditätHauptrisiko
IPv432,7%MittelIPv6-Einführung, Blockqualität
Gewerbeimmobilien5–8%NiedrigLeerstand, Zinszyklus
Investment-Grade-Anleihen4–5%HochDuration, Kreditrisiko
S&P 500~1,3%HochMarktvolatilität
Money Market / T-Bills~4–5%HochZinszyklusänderungen

IPv6 und warum IPv4 unverzichtbar bleibt

Die weltweite IPv6-Nutzung liegt laut Google-Messungen bei rund 45 %, aber die Verteilung ist extrem ungleichmäßig. In Mobilfunknetzen liegt der Anteil über 70 %, im Festnetz und bei Unternehmen häufig unter 20 %. Die Koexistenz von IPv4 und IPv6 wird noch Jahre andauern — jedes Netz, jede Firewall-Regel und jedes Legacy-System, das nicht dual-stack-fähig ist, hält die Nachfrage nach IPv4-Adressen aufrecht.

KI- und Cloud-Infrastrukturnachfrage

Der Ausbau von KI-Infrastruktur — Trainingszentren, Inferenz-Farmen, Edge-Bereitstellung — erzeugt konkreten IPv4-Bedarf. Jeder GPU-Cluster benötigt Management-Adressen, und KI-APIs erfordern öffentlich erreichbare Endpunkte. Dieser Nachfragefaktor ist noch nicht preisbestimmend, aber er wird in den kommenden Quartalen spürbar werden, wenn die großen KI-Rechenzentren in Betrieb gehen.

Was den Wert eines IPv4-Blocks bestimmt

Der Preis eines IPv4-Blocks hängt von mehreren Faktoren ab: Sauberkeit (keine Einträge auf Sperrlisten), Alter der Zuweisung (ältere Blöcke gelten als stabiler), RIR-Zugehörigkeit (RIPE und APNIC handeln mit Aufschlag) und Übertragbarkeit (Legacy-Blöcke erfordern teilweise zusätzliche Schritte). Ein Block mit Sperrlisten-Einträgen kann 15–30 % unter Marktpreis handeln. Käufer sollten vor jeder Transaktion eine vollständige Prüfung gegen alle gängigen Sperrlisten durchführen lassen.

Verkaufen oder Vermieten: Entscheidungsrahmen

Verkaufen ist die richtige Strategie für Halter ohne operativen Bedarf und mit kurzem Zeithorizont — die fallenden Preise sprechen gegen langes Warten. Vermieten lohnt sich für Halter, die langfristig halten wollen: 32,7 % Jahresrendite bei gleichzeitiger Beibehaltung des Eigentums ist ein starkes Argument. Die Entscheidung hängt von der individuellen Liquiditätslage und der Einschätzung des weiteren Preisverlaufs ab.
/24 Kaufpreis$5.501
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer36,7 Mon. (3,1 J.)
Brutto-Jahresrendite32,7%

RIPE NCC 24-Monats-Transferbeschränkung

Die 24-Monats-Haltefrist des RIPE NCC verlangt, dass ein Block nach Übertragung mindestens zwei Jahre beim neuen Halter verbleiben muss, bevor er weiterverkauft werden kann. Diese Regel verknappt das Angebot an RIPE-Adressen künstlich und ist ein wesentlicher Treiber des 20,5 %-Aufschlags gegenüber ARIN. Spekulativer Handel wird damit effektiv unterbunden, was den Markt zwar stabilisiert, aber die Liquidität einschränkt.

Transaktionsgrößenverteilung

80 der 97 Transaktionen fielen in die Kategorie unter $50.000 — sie machten 82,5 % der Abschlüsse, aber nur 14,4 % des Wertvolumens aus. Am anderen Ende stehen drei Transaktionen über $1 Mio. mit einem Gesamtvolumen von $8,45 Mio., die allein mehr Wert repräsentieren als das gesamte Berichtsvolumen von $7,18 Mio. — ein Hinweis darauf, dass einige dieser Großtransaktionen möglicherweise über den Berichtsmonat hinaus abgerechnet wurden. Die durchschnittliche Transaktionsgröße stieg von 54.716 IPs im Mai auf 74.033 IPs im Juni, ein Anstieg um 35,3 %.

Top-Handelsländer

Die USA dominieren den Markt mit 40 Transaktionen (41,2 %), gefolgt von Großbritannien mit 19 (19,6 %) und Kanada mit 7 (7,2 %). Zusammen stellen diese drei Länder 68 % aller Geschäfte. Deutschland liegt mit 4 Transaktionen auf Rang vier — verhältnismäßig niedrig für Europas größte Volkswirtschaft, was auf eine gewisse Sättigung oder Zurückhaltung der deutschen Käufer hindeutet.

BEAD-Breitbandprogramm

Das US-amerikanische BEAD-Programm mit einem Budget von rund $42 Mrd. für den Breitbandausbau in unterversorgten Gebieten wird in den kommenden 12–18 Monaten zusätzliche Nachfrage nach IPv4-Blöcken im Bereich /20 bis /18 erzeugen. Kleine und mittlere ISPs, die BEAD-Fördermittel erhalten, benötigen IP-Adressen für neue Teilnehmeranschlüsse. Dieser Effekt ist im aktuellen Preisbild noch nicht enthalten, dürfte aber das Angebotsdefizit bei mittelgroßen Blöcken verschärfen.

Hyperscaler-IPv4-Bestände

Amazon, Microsoft und Google halten zusammen geschätzt über 300 Millionen IPv4-Adressen. Amazons Entscheidung, ungenutzte öffentliche IPv4-Adressen mit $0,005/Stunde zu bepreisen, hat einen Rücklaufeffekt erzeugt: Kunden geben nicht benötigte Adressen zurück, was Amazons internen Bedarf senkt und potentiell Blöcke für den Sekundärmarkt freisetzt. Die Strategie der Hyperscaler bleibt der einzelne größte externe Faktor für die IPv4-Preisbildung.

Makroökonomische Bedingungen und Marktauswirkungen

Die Zinssätze in den USA und Europa sind 2026 gegenüber den Spitzenwerten von 2023/24 moderat gesunken, was IT-Investitionsbudgets stützt. Gleichzeitig hat der Kostendruck in der Tech-Branche dazu geführt, dass Unternehmen ungenutzte IP-Bestände veräußern — ein angebotserhöhender Effekt. Die Kombination aus stabilem, aber nicht überschäumendem Nachfragewachstum und erhöhtem Angebot erklärt den anhaltenden Preisrückgang auf Jahressicht.

Modellaktualisierung & Kalibrierung

Wir haben unsere früheren Prognosen mit den tatsächlichen Marktergebnissen abgeglichen und das Modell für diesen Bericht neu kalibriert. Das aktualisierte Modell gewichtet jüngere Preisbewegungen stärker, passt die Prognoseintervalle dynamisch an die aktuellen Marktbedingungen an und korrigiert systematische Verzerrungen aus früheren Prognosen. Die nachfolgende Grafik und Tabelle zeigen den Vergleich zwischen unseren Prognosen und den tatsächlichen Ergebnissen.

Modellaktualisierung & Kalibrierung
BerichtsperiodeZielmonatPrognoseTatsächlichAbweichung
2025-Q42026-01$22$21+4%
2026-012026-02$19$21-6%
2026-Q12026-04$19$20-4%
2026-022026-03$20$19+6%
2026-032026-04$18$20-7%
2026-042026-05$19$20-4%

Methodik

Die Zahlen basieren auf abgeschlossenen IPv4Center-Markttransaktionen und RIR-Transferstatistiken. Preise sind in US-Dollar pro IP-Adresse. Die Prognosen stammen von einem KI-Modell, das jede Blockgrößenklasse und jedes RIR-Segment separat (mit ausreißerbereinigten Medianen) sowie bekannte Marktfaktoren auswertet; sie sind Schätzungen, keine Garantien.

Datenquellen

  • Hilco Streambank — Abgeschlossene Auktionstransaktionen
  • RIPE NCC — Inter-RIR- und Intra-RIR-Transferstatistiken
  • ARIN — Nordamerikanische Transferberichte und Wartelistendaten
  • APNIC — Asien-Pazifik-Transferaufzeichnungen
  • LACNIC — Lateinamerika- und Karibik-Transferdaten
  • IPv4Center.com — Eigene Marktplatz-Transaktions- und Leasingpreisdaten

Dieser Bericht wird automatisch und ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanzberatung dar.

Häufige Fragen

Wie hoch war der durchschnittliche IPv4-Preis im Juni 2026?

Der Durchschnittspreis lag bei $21,49 pro IP-Adresse. Der Median betrug $20,00.

Wie viele IPv4-Transaktionen gab es im Juni 2026?

Es wurden 97 bepreiste Transaktionen mit insgesamt 580.608 IP-Adressen erfasst.

Was kostet ein /24-Block IPv4-Adressen aktuell?

Ein /24-Block mit 256 Adressen kostet bei RIPE rund $5.940 (Median $23,22/IP). Bei ARIN liegt der Median bei $17,75/IP, also etwa $4.544 pro /24.

Warum sind RIPE-Adressen teurer als ARIN-Adressen?

RIPE-Adressen handeln mit einem Aufschlag von rund 20 %, hauptsächlich wegen der 24-Monats-Haltefrist, die das Angebot verknappt, und der hohen Nachfrage im europäischen Markt.

Wie haben sich die IPv4-Preise im Jahresvergleich entwickelt?

Der Durchschnittspreis liegt im Juni 2026 24 % unter dem Niveau von Juni 2025. Der Rückgang ist vor allem auf die Auswirkungen der AWS-IPv4-Gebühr und erhöhtes Angebot zurückzuführen.

Was kostet die Miete einer IPv4-Adresse pro Monat?

Die durchschnittliche Monatsmiete liegt bei $0,5859 pro IP-Adresse. Für einen /24-Block entspricht das rund $150 pro Monat.

Lohnt es sich, IPv4-Adressen zu kaufen oder zu mieten?

Bei einem Kaufpreis von $21,49/IP und einer Monatsmiete von $0,5859/IP amortisiert sich der Kauf nach 36,7 Monaten. Wer die Adressen länger als drei Jahre benötigt, fährt mit dem Kauf günstiger.

Welche Rendite bringt die Vermietung von IPv4-Adressen?

Die jährliche Mietrendite beträgt aktuell 32,7 % bezogen auf den Kaufpreis — deutlich mehr als Anleihen, Immobilien oder Aktienindizes.

Welche Länder sind am aktivsten im IPv4-Handel?

Die USA führten mit 40 Transaktionen (41,2 %), gefolgt von Großbritannien (19) und Kanada (7). Deutschland kam auf 4 Transaktionen.

Wie lange dauert eine IPv4-Übertragung?

Die Dauer hängt vom RIR ab. Bei ARIN sind es typischerweise 2–4 Wochen, bei RIPE 3–6 Wochen. Die Due-Diligence-Prüfung und Treuhandabwicklung kommen hinzu.

Was ist die RIPE-24-Monats-Haltefrist?

RIPE NCC verlangt, dass ein übertragener Block mindestens 24 Monate beim neuen Halter verbleibt, bevor er weiterverkauft werden darf. Das reduziert spekulative Weiterverkäufe und verknappt das Angebot.

Welche Blockgröße wird am häufigsten gehandelt?

Der /24-Block mit 256 Adressen war im Juni 2026 mit 36 Transaktionen die meistgehandelte Größe (37,1 % aller Abschlüsse).

Wie wirkt sich die AWS-IPv4-Gebühr auf die Preise aus?

Seit Amazons Einführung der $0,005/Stunde-Gebühr für öffentliche IPv4-Adressen im Februar 2024 geben Cloud-Nutzer ungenutzte Adressen zurück. Das erhöht das Angebot und drückt die Marktpreise — ein Effekt, der den 24 %-Rückgang im Jahresvergleich mit erklärt.

Wird der IPv4-Preis weiter fallen?

Das Prognosemodell erwartet $20,83/IP im Juli 2026 und $20,44/IP zum Jahresende. Der Abwärtstrend auf Jahressicht dürfte anhalten, aber das Tempo verlangsamt sich.

Welche Fehler sollte man beim IPv4-Kauf vermeiden?

Die häufigsten Fehler: keine Prüfung auf Sperrlisten-Einträge (kann den Block wertlos machen), Verzicht auf einen Treuhandservice (Betrugsrisiko), und fehlendes Verständnis der RIR-spezifischen Transferregeln. Jeder dieser Fehler kann zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.

Was sind die Risiken, wenn man auf eine Sperrlisten-Prüfung verzichtet?

Ein Block mit Einträgen auf Sperrlisten wie Spamhaus kann für E-Mail-Versand und viele Hosting-Dienste unbrauchbar sein. Die Bereinigung dauert Wochen bis Monate. Betroffene Blöcke handeln 15–30 % unter Marktpreis.

Warum sollte man nicht auf einen Treuhandservice verzichten?

Ohne Treuhand besteht das Risiko, dass der Verkäufer das Geld erhält, aber die Übertragung nicht durchführt — oder der Käufer den Block erhält und nicht zahlt. Bei Transaktionen ab $5.000 ist ein Treuhandservice Standard und schützt beide Parteien.

Was passiert, wenn man einen Block ohne ordnungsgemäße Übertragung beim RIR kauft?

Ohne offizielle Registrierung beim zuständigen RIR hat der Käufer keinen nachweisbaren Rechtsanspruch auf den Block. Der Verkäufer könnte den Block erneut verkaufen. Die RIR-Übertragung ist der einzige Eigentumsbeweis.

Kann ich IPv4-Adressen als Investition kaufen und vermieten?

Ja, die aktuelle Mietrendite von 32,7 % p.a. macht IPv4 als Anlageklasse attraktiv. Die Risiken bestehen in der Illiquidität, regulatorischen Änderungen und dem langfristigen IPv6-Migrations-Risiko.

Wie unterscheiden sich die Preise zwischen kleinen und großen Blöcken?

Kleinere Blöcke (/24) handeln mit einem deutlichen Stückpreis-Aufschlag. RIPE /24-Blöcke gehen bei $23,22/IP über den Tisch, während ARIN-Großblöcke im Median bei $17,75/IP liegen — eine Differenz von rund 30 %.

Was beeinflusst den Wert eines IPv4-Blocks?

Die wichtigsten Faktoren: Sperrlisten-Status, Alter der Zuweisung, RIR-Zugehörigkeit, Blockgröße und Übertragbarkeit. RIPE- und APNIC-Blöcke handeln mit Aufschlag gegenüber ARIN.

Wie wirkt sich das US-BEAD-Programm auf den IPv4-Markt aus?

Das BEAD-Programm mit $42 Mrd. Budget für Breitbandausbau wird die Nachfrage nach mittelgroßen Blöcken (/20 bis /18) erhöhen, wenn kleine ISPs neue Teilnehmeranschlüsse aufbauen. Der Effekt ist noch nicht eingepreist.

Gibt es AFRINIC-Adressen auf dem Markt?

Im Juni 2026 wurden keine AFRINIC-Transaktionen registriert. Der AFRINIC-Markt ist wegen anhaltender regulatorischer und verwaltungstechnischer Probleme faktisch inaktiv.

Wie hoch war das Gesamtvolumen des IPv4-Marktes im Juni 2026?

Das gesamte Transaktionsvolumen betrug $7,18 Mio. bei 580.608 übertragenen IP-Adressen. Drei Großtransaktionen über $1 Mio. machten den Großteil des Werts aus.

Wann lohnt sich die Vermietung statt des Verkaufs von IPv4-Adressen?

Vermietung lohnt sich für Halter mit langfristigem Zeithorizont und ohne sofortigen Liquiditätsbedarf. Bei 32,7 % Jahresrendite hat sich der Verzicht auf den Verkaufserlös nach gut drei Jahren durch Mieteinnahmen amortisiert.

Wie viele offizielle RIR-Transfers gab es im Juni 2026?

Es wurden 328 offizielle Transfers registriert, davon 235 bei ARIN und 93 bei RIPE. Die Differenz zu den 97 bepreisten Transaktionen erklärt sich durch konzerninterne und fusionsbedingte Übertragungen.

Was waren die teuersten und günstigsten IPv4-Transaktionen im Juni 2026?

Der höchste Stückpreis lag bei $41/IP, der niedrigste bei $10/IP. Die Spanne von $31 spiegelt die Unterschiede zwischen Kleinblöcken und Großblöcken wider.

Verdrängt IPv6 den IPv4-Markt?

Trotz rund 45 % weltweiter IPv6-Nutzung bleibt IPv4 unverzichtbar. Im Unternehmens- und Festnetzbereich liegt die IPv6-Durchdringung deutlich niedriger. Eine vollständige Ablösung ist auf absehbare Zeit nicht realistisch.

Treibt KI-Infrastruktur die IPv4-Nachfrage?

Der Aufbau von KI-Trainingszentren und Inferenz-Farmen erzeugt zusätzlichen Bedarf an öffentlich erreichbaren IP-Adressen. Dieser Faktor ist noch nicht preisbestimmend, wird aber mit der Inbetriebnahme neuer Rechenzentren an Gewicht gewinnen.

Wie schnell fallen die IPv4-Preise aktuell?

Im Jahresvergleich sind die Preise um 24 % gesunken. Die Monatsveränderung zeigt allerdings einen Anstieg von 9,8 % gegenüber Mai 2026, was auf Schwankungen in der Blockgrößen-Mischung zurückgeht. Der übergeordnete Trend bleibt abwärtsgerichtet.

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Weitere Marktberichte

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8. Juni 2026