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Market Reports

IPv4-Marktbericht — Q1 2026: $19,90/IP Durchschnitt, 3,4 Mio. Adressen bei 284 Transaktionen

8. Juni 2026
Mustafa Enes Akdeniz
IPv4-Marktbericht — Q1 2026: $19,90/IP Durchschnitt, 3,4 Mio. Adressen bei 284 Transaktionen

12 Min. Lesezeit

Dieser Bericht analysiert den IPv4-Transfermarkt für 1. Quartal 2026 auf Basis abgeschlossener IPv4Center-Markttransaktionen und offizieller RIR-Transferdaten.

Zusammenfassung

Der IPv4-Markt hat im ersten Quartal 2026 seinen Abwärtstrend fortgesetzt. Der Durchschnittspreis lag bei $19,90 pro Adresse — ein Rückgang von 14,1 % gegenüber dem 4. Quartal 2025 und 40,6 % unter dem Niveau des 1. Quartals 2025. Insgesamt wechselten 3.355.136 Adressen in 284 Transaktionen den Besitzer, bei einem Gesamtvolumen von $36,7 Mio. Die Transaktionszahl stieg dabei um 20,9 % gegenüber dem Vorquartal — mehr Geschäfte wurden abgeschlossen, aber zu deutlich niedrigeren Preisen. Der Markt befindet sich klar in einer Käuferphase.

Marktüberblick

Transaktionen284
Gehandelte IP-Adressen3.355.136
Geschätzter Marktwert$36.713.634
Durchschnittspreis / IP$19,90
Medianpreis / IP$20,58
RIR-Transfers2.309

Jahresvergleich

KennzahlDieser ZeitraumVorjahr (Q1 2025)Veränderung
Transaktionen284201+41,3%
Gehandelte IP-Adressen3.355.136734.464+356,8%
Geschätzter Marktwert$36.713.634$22.926.883+60,1%
Durchschnittspreis / IP$19,90$33,48-40,6%
RIR-Transfers2.3093.511-34,2%

Preisdynamik

Die Preisspanne reichte von $8,50 bis $41,00 pro IP, wobei der Median bei $20,58 lag. Die Differenz zwischen Durchschnitt und Median ist gering, was auf eine relativ gleichmäßige Verteilung hindeutet — keine extremen Ausreißer verzerren das Bild. Der Rückgang von $23,17 (Q4 2025, rechnerisch) auf $19,90 entspricht einem Minus von 14,1 % binnen eines Quartals. Im Jahresvergleich ist die Korrektur mit −40,6 % drastisch: Vor zwölf Monaten lag der Durchschnitt noch bei rund $33,50. Die Preise bewegen sich konsistent nach unten, und bisher fehlt jedes Signal einer Bodenbildung. Wer im Jahr 2024 zu Spitzenpreisen eingekauft hat, sitzt auf erheblichen Buchverlusten.
Preise nach RIR — 1. Quartal 2026

Preise nach RIR

ARIN dominiert den Markt mit 53,9 % des Adressvolumens, bietet aber die günstigsten Preise unter den großen Registraren. RIPE-Adressen kosten im Schnitt $20,80 pro IP — eine Prämie von 9,8 % gegenüber ARIN ($18,95). Diese Konvergenz ist bemerkenswert: Noch vor einem Jahr lagen RIPE-Preise deutlich darüber. LACNIC-Adressen weichen mit $25,88 um 30,1 % vom Marktdurchschnitt ab, allerdings bei nur vier Transaktionen — statistisch kaum belastbar, aber ein Hinweis auf die Knappheit in der Region.

ARIN: $18,95/IP über 153 Transaktionen (65,1 % des Volumens).
RIPE NCC: $20,80/IP über 121 Transaktionen (34,4 % des Volumens).
APNIC: $22,02/IP über 6 Transaktionen (0,4 % des Volumens).
LACNIC: $25,88/IP über 4 Transaktionen (0,2 % des Volumens).
AFRINIC: Keine Transaktionen erfasst.
RIRTransaktionenØ $/IPMedian $/IPGehandelte IPsRIR-TransfersNächster Monat (Prog.)Jahresende (Prog.)
RIPE121$20,80$21,251.152.2561.393$21,00$18,50
ARIN153$18,95$19,502.182.912916$17,00$13,50
APNIC6$22,02$23,0014.3360$19,50$16,50
LACNIC4$25,88$26,255.6320$26,00$24,00

Transaktionsvolumen

Transaktionsvolumen — 1. Quartal 2026
RIR distribution — 1. Quartal 2026

Angebot & Blockgrößen

/24-Blöcke waren mit 92 Transaktionen die meistgehandelte Größe — kein Zufall, da diese die kleinste routbare Einheit im öffentlichen Internet darstellen. Käufer, insbesondere kleinere ISPs und Unternehmen, bevorzugen /24er wegen der niedrigeren Einstiegskosten und der sofortigen Einsetzbarkeit. Größere Blöcke bis /16 kamen seltener auf den Markt, erzielten aber naturgemäß das Gros des Dollarvolumens.
Verteilung der Blockgrößen — 1. Quartal 2026

Geografische Aktivität

Die USA führen mit 121 Transaktionen — 42,6 % aller Geschäfte. Großbritannien folgt mit 46, die Niederlande und Kanada teilen sich den dritten Platz mit jeweils 15. Deutschland ist mit nur fünf Transaktionen vertreten, was angesichts der Marktgröße auffällt. Die Dominanz nordamerikanischer und britischer Käufer spiegelt die ARIN-Lastigkeit des Quartals wider.

Registry-Transferaktivität

Die RIR-Transferstatistiken verzeichnen 2.309 offizielle Transfers im 1. Quartal 2026. RIPE NCC führt mit 1.393 registrierten Transfers (60,3 %), ARIN folgt mit 916. Die Diskrepanz zwischen offiziellen Transfers und tatsächlichen Markttransaktionen erklärt sich durch interne Umschichtungen, konzerninterne Verschiebungen und nicht-monetäre Übertragungen.

Langfristige Transfertrends

Über den Erfassungszeitraum von 39 Monaten summieren sich die Transfers auf 32.367. Der Höchststand wurde im Dezember 2024 erreicht — ein Monat, der von vorweggenommenen Käufen vor dem Inkrafttreten der AWS-IPv4-Gebühren geprägt war. RIPE hält mit 59,7 % den größten Anteil am langfristigen Transfervolumen, ARIN kommt auf 40,3 %. APNIC, LACNIC und AFRINIC spielen im globalen Transfergeschehen quantitativ keine Rolle.
RIRRIR-Transfers
RIPE19.329
ARIN13.038
RIR-Transfers32.367
Langfristige Transfertrends — 1. Quartal 2026

Ausblick & Prognose

Jede Blockgrößenklasse und jeden RIR separat mit unserem KI-Modell prognostizierend:

Der durchschnittliche Preis pro IP wird bis Dezember 2026 voraussichtlich $16,30 erreichen, mit einer Schätzung von $18,69 pro IP für den nächsten Monat.

  • RIPE: voraussichtlich $21,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $18,50 bis Dezember 2026.
  • ARIN: voraussichtlich $17,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $13,50 bis Dezember 2026.
  • APNIC: voraussichtlich $19,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $16,50 bis Dezember 2026.
  • LACNIC: voraussichtlich $26,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $24,00 bis Dezember 2026.
  • AFRINIC: unzureichende Daten für eine verlässliche Prognose.
Das Prognosemodell erwartet für den nächsten Monat einen Durchschnittspreis von $18,69/IP — ein weiterer Rückgang von 6,1 % gegenüber dem aktuellen Quartal. Zum Jahresende 2026 projiziert das Modell $16,30/IP, was einem kumulierten Rückgang von 18,1 % ab dem heutigen Niveau entspräche. Die Prognose gilt als zuverlässig: Der Abwärtstrend ist seit fünf Quartalen konsistent, und es gibt derzeit keinen erkennbaren Katalysator für eine Trendwende.
Preisprognose — 1. Quartal 2026

Prognose nach Blockgröße

BlockAktuell $/IPNächster MonatJahresendeKonfidenz
/24$25,00$24,00 (-4,0%)$21,00 (-16,0%)mittel
/23$19,00$18,50 (-2,6%)$16,00 (-15,8%)mittel
/22$18,48$18,00 (-2,6%)$15,50 (-16,1%)mittel
/21$16,25$15,50 (-4,6%)$13,50 (-16,9%)niedrig
/20$15,75$15,00 (-4,8%)$13,50 (-14,3%)niedrig
/19$14,00$13,50 (-3,6%)$12,00 (-14,3%)niedrig
/18-/16$10,80$10,50 (-2,8%)$9,00 (-16,7%)niedrig
/15-up$9,00$9,00 (0,0%)$8,00 (-11,1%)niedrig

Redaktion: Kaufen oder Mieten?

Die Kaufempfehlung ist klar: Bei einem Durchschnittspreis von $19,90/IP und einem monatlichen Mietpreis von $0,59/IP amortisiert sich ein Kauf nach 34 Monaten — also in knapp unter drei Jahren. Die annualisierte Mietrendite liegt bei 35,3 %, was den Kauf für jeden Halter mit einem Zeithorizont über drei Jahre wirtschaftlich überlegen macht. Ein /24-Block kostet derzeit rund $5.094 im Kauf gegenüber $150 monatlich in der Miete. Wer Adressen länger als 34 Monate benötigt, spart durch den Kauf. Der Haken: Bei weiter fallenden Preisen könnte die Amortisation durch Wertverlust des Blocks kompensiert werden. Käufer sollten den Nutzen der Adressen in ihrem Betrieb kalkulieren, nicht als Spekulationsobjekt.
/24 Kaufpreis$5.094
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer34,0 Mon. (2,8 J.)
Brutto-Jahresrendite35,3%
Redaktion: Kaufen oder Mieten? — 1. Quartal 2026

Was das für Sie bedeutet

Für Käufer: Die Marktbedingungen sind so günstig wie seit 2022 nicht mehr. Wer Adressbedarf hat, sollte jetzt kaufen — nicht weil eine Trendwende bevorsteht, sondern weil die aktuelle Amortisationsrechnung bei 34 Monaten Kauf gegenüber Miete klar favorisiert. Verhandlungsspielraum besteht, besonders bei ARIN-Blöcken.

Für Verkäufer: Der Markt bewegt sich gegen Sie. Jedes Quartal des Wartens hat im vergangenen Jahr 10–15 % des Blockwerts gekostet. Wer keinen operativen Bedarf für seine Adressen hat, sollte über einen zeitnahen Verkauf nachdenken. Verzögerung ist teuer.

Für Mieter: Die Monatsmiete von $0,59/IP liegt bei einer Jahresmiete von $7,03/IP. Bei einem Kaufpreis von $19,90 rechnet sich die Miete nur bei kurzfristigem Bedarf unter drei Jahren. Prüfen Sie, ob ein Kauf sinnvoller ist.

Für Blockhalter: Die Rendite von 35,3 % p.a. bei Vermietung ist attraktiv — allerdings nur solange die Mietpreise stabil bleiben. Bei weiter fallenden Kaufpreisen wird der Mietmarkt unter Druck geraten. Bestehende langfristige Mietverträge sind jetzt besonders wertvoll.

IPv4-Preise nach Blockgröße

Kleinere Blöcke (/24) werden mit erheblichen Aufschlägen pro IP gehandelt — typischerweise $25–$34 im RIPE-Raum, verglichen mit $15–$20 bei /20 und größer. Die Prämie für die kleinste routbare Einheit liegt bei 30–50 % über dem Durchschnitt. Für /16-Blöcke und größer bewegen sich die Preise am unteren Ende der Spanne, da der Kreis zahlungsfähiger Käufer kleiner wird und die Transaktionsabwicklung komplexer ist.
BlockIPsKauf: /IPKauf: GesamtLeasing: /IP/Mo.Leasing: Monatlich
/24256$35–45$8,960–11,520$0.38–0.50$97–128
/221,024$28–38$28,672–38,912$0.33–0.45$338–461
/204,096$22–32$90,112–131,072$0.30–0.40$1,229–1,638
/1816,384$20–30$327,680–491,520$0.30–0.38$4,915–6,226
/1665,536$18–28$1,179,648–1,835,008$0.30–0.35$19,661–22,938

IPv4-Preisgeschichte: 2011–2026

Seit der IANA-Erschöpfung 2011 hat der IPv4-Markt mehrere Zyklen durchlaufen. Der erste Preisanstieg auf $10–$15 pro IP erfolgte bis 2018, gefolgt von einer Beschleunigung auf über $50 im Spitzenjahr 2024 — getrieben durch die Ankündigung der AWS-IPv4-Gebühren ab Februar 2024. Dieser Nachfrageschub hat sich vollständig umgekehrt. Der Markt befindet sich derzeit in einer Normalisierungsphase: $19,90 im Q1 2026 entspricht dem Niveau von Mitte 2022. Die Bifurkation zwischen kleinen und großen Blöcken hat sich verstärkt.
Jahr~Preis/IPEreignis
2011$7–12IANA-Freibestand erschöpft; Microsoft/Nortel-Deal ($11,25/IP)
2012$8–12RIPE NCC erreicht letzten /8-Block; nur noch /22-Zuteilungen
2014$10–15LACNIC-Freibestand erschöpft
2015$8–15ARIN-Freibestand erschöpft
2017–18$12–18Leasingmarkt wächst; Cloud-Nachfrage steigt
2019$18–24RIPE NCC erschöpft verbliebenen Freibestand
2021–22$50–60+Post-Pandemie-Höchststand; Hyperscaler-Ausbau
2024$35–52AWS-IPv4-Gebühr ($0,005/IP/Std.); Großblock-Korrektur
2025–26$18–45Marktspaltung; /16-Blöcke erstmals seit 2019 unter $20

Marktstruktur: Wer kauft und wer verkauft

Auf der Käuferseite dominieren mittelgroße ISPs, Hosting-Anbieter und Cloud-Reseller. Die Hyperscaler haben ihren Bedarf weitgehend gedeckt und treten kaum noch als Käufer auf. Auf der Verkäuferseite stammt das Angebot zunehmend aus dem Bestand von Althaltern — Unternehmen, die in den 1990ern und 2000ern Blöcke zugeteilt bekamen und keinen operativen Bedarf mehr haben. Insolvenzmassen und Unternehmensauflösungen liefern zusätzliches Material.

IPv4 im Vergleich zu anderen Anlageklassen

Bei einer Mietrendite von 35,3 % p.a. übertrifft IPv4 als Anlageklasse praktisch jede vergleichbare Alternative. Deutsche Bundesanleihen liegen bei rund 2,5 %, Wohnimmobilien in Großstädten bei 3–4 % Bruttorendite, und selbst Dividendenaktien erreichen selten mehr als 6 %. Allerdings ist IPv4 illiquide, regulierungsabhängig und unterliegt dem Abwertungsrisiko durch IPv6-Migration — die Rendite kompensiert reale Risiken, sie ist kein geschenktes Geld.
AnlageklasseTypische RenditeLiquiditätHauptrisiko
IPv435,3%MittelIPv6-Einführung, Blockqualität
Gewerbeimmobilien5–8%NiedrigLeerstand, Zinszyklus
Investment-Grade-Anleihen4–5%HochDuration, Kreditrisiko
S&P 500~1,3%HochMarktvolatilität
Money Market / T-Bills~4–5%HochZinszyklusänderungen

IPv6 und warum IPv4 unverzichtbar bleibt

IPv6-Adoption liegt global bei etwa 45 %, mit starken regionalen Unterschieden. Indien und Deutschland führen, aber selbst in diesen Märkten ist ein reiner IPv6-Betrieb für kommerzielle Dienste nicht praktikabel — zu viele Endgeräte und Legacy-Systeme erfordern IPv4-Erreichbarkeit. Die Koexistenz beider Protokolle wird mindestens bis in die 2030er Jahre bestehen, und der operationelle Bedarf an IPv4-Adressen sinkt langsamer als die Marktpreise derzeit suggerieren.

KI- und Cloud-Infrastrukturnachfrage

Der Aufbau von KI-Infrastruktur — Trainingscluster, Inferenz-Farmen, API-Endpunkte — erfordert öffentlich erreichbare IP-Adressen in erheblichem Umfang. Jeder neue KI-Dienst, der über das Internet zugänglich sein soll, benötigt IPv4-Konnektivität. Dieser Bedarf wirkt dem Preisverfall entgegen, reicht aber bisher nicht aus, um ihn umzukehren — die Nachfrage aus dem KI-Sektor ist real, aber quantitativ noch nicht marktbestimmend.

Was den Wert eines IPv4-Blocks bestimmt

Der Preis eines IPv4-Blocks hängt von mehreren Faktoren ab: Sauberkeit (keine Einträge auf relevanten Sperrlisten), Alter der Allokation (ältere Blöcke genießen mehr Vertrauen bei Spam-Filtern), RIR-Zugehörigkeit und Transferierbarkeit. RIPE-Blöcke unterliegen der 24-Monats-Haltefrist, was die kurzfristige Weiterveräußerung einschränkt und den Preis drückt. Blöcke mit Einträgen auf größeren DNS-Sperrlisten (Spamhaus, Barracuda) werden mit Abschlägen von 20–40 % gehandelt.

Verkaufen oder Vermieten: Entscheidungsrahmen

Bei fallenden Preisen spricht viel für den Verkauf: Jedes Quartal des Zuwartens vernichtet 10–15 % des Blockwertes. Wer dennoch halten will, sollte vermieten — die monatliche Rendite von $0,59/IP federt den Wertverlust teilweise ab. Vermietung lohnt sich vor allem bei langfristigen Verträgen mit bonitätsstarken Mietern; kurzfristige Vermietung rechnet sich nur, wenn der Block danach ohnehin verkauft werden soll.
/24 Kaufpreis$5.094
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer34,0 Mon. (2,8 J.)
Brutto-Jahresrendite35,3%

RIPE NCC 24-Monats-Transferbeschränkung

Die 24-Monats-Haltefrist des RIPE NCC bindet frisch übertragene Blöcke für zwei Jahre an den neuen Halter. Das reduziert die kurzfristig verfügbare Angebotsmenge und stabilisiert die RIPE-Preise gegenüber ARIN — der Aufschlag von 9,8 % im Q1 2026 ist teilweise darauf zurückzuführen. Für Spekulanten ist der RIPE-Raum damit unattraktiv; für operative Nutzer spielt die Haltefrist keine Rolle.

Transaktionsgrößenverteilung

Die durchschnittliche Transaktionsgröße lag bei 129.273 Adressen — ein Anstieg von 23,8 % gegenüber dem Vorquartal (104.392) und 13,3 % über dem Vorjahreswert (114.064). Von den 284 Transaktionen fielen 214 (75,4 %) in die Kategorie unter $50.000, machten aber nur $3,0 Mio. des Gesamtvolumens aus. Die 25 Großtransaktionen über $1 Mio. repräsentieren 8,8 % der Geschäfte, aber $56,1 Mio. — das Fünfzehnfache des Kleinkundengeschäfts. Der Markt ist zweigeteilt: Massengeschäft in /24ern und Großblockhandel für institutionelle Abnehmer.

Top-Handelsländer

Die USA dominieren mit 121 Transaktionen (42,6 %), gefolgt von Großbritannien (46), Kanada und den Niederlanden (je 15). Deutschland ist mit fünf Transaktionen unterrepräsentiert — ein möglicher Hinweis auf die fortgeschrittene IPv6-Adoption im deutschen Markt oder schlicht auf die Nutzung niederländischer und irischer Zwischengesellschaften für den Adresserwerb. Die Ukraine taucht in verschiedenen Länderkombinationen auf, was auf grenzüberschreitende Transaktionsstrukturen hindeutet.

BEAD-Breitbandprogramm

Das US-BEAD-Programm mit einem Volumen von rund $42 Mrd. wird in den kommenden Quartalen zusätzliche Nachfrage nach IPv4-Adressen erzeugen — insbesondere nach /20 bis /18-Blöcken für regionale Breitbandanbieter. Viele dieser Anbieter sind zu klein für eigene ARIN-Allokationen und werden auf den Sekundärmarkt angewiesen sein. Der Effekt ist noch nicht in den Daten sichtbar, dürfte aber ab Q3/Q4 2026 spürbar werden, wenn die ersten Fördermittel in Netzausbauten fließen.

Hyperscaler-IPv4-Bestände

Amazon, Microsoft und Google kontrollieren zusammen schätzungsweise über 100 Millionen IPv4-Adressen. Amazons Entscheidung, seit Februar 2024 $0,005/Stunde pro öffentlicher IPv4-Adresse zu berechnen, hat den Markt tiefgreifend verändert — viele AWS-Kunden haben Adressen zurückgegeben, was die Nachfrage auf dem Sekundärmarkt gedämpft hat. Solange die Hyperscaler ihre Bestände halten und nicht verkaufen, bleibt das Angebot begrenzt; eine Abgabe großer Blöcke durch einen der Konzerne würde den Markt weiter unter Druck setzen.

Makroökonomische Bedingungen und Marktauswirkungen

Die EZB und die Fed halten die Leitzinsen auf moderatem Niveau, was die IT-Budgets nicht direkt belastet. Allerdings führt die allgemeine Ausgabendisziplin in der Technologiebranche dazu, dass IPv4-Käufe genauer geprüft und häufiger zugunsten von Miete oder IPv6-Migration aufgeschoben werden. Der starke US-Dollar begünstigt europäische Käufer im ARIN-Raum — ein /24 kostet dort derzeit unter $5.000, was in Euro gerechnet attraktiv ist.

Modellaktualisierung & Kalibrierung

Wir haben unsere früheren Prognosen mit den tatsächlichen Marktergebnissen abgeglichen und das Modell für diesen Bericht neu kalibriert. Das aktualisierte Modell gewichtet jüngere Preisbewegungen stärker, passt die Prognoseintervalle dynamisch an die aktuellen Marktbedingungen an und korrigiert systematische Verzerrungen aus früheren Prognosen. Die nachfolgende Grafik und Tabelle zeigen den Vergleich zwischen unseren Prognosen und den tatsächlichen Ergebnissen.

Modellaktualisierung & Kalibrierung
BerichtsperiodeZielmonatPrognoseTatsächlichAbweichung
2025-Q22025-07$28$28-1%
2025-Q32025-10$25$24+5%
2025-H22026-01$22$21+5%
2025-Q42026-01$22$21+4%
2026-012026-02$19$21-6%
2026-022026-03$20$19+6%

Methodik

Die Zahlen basieren auf abgeschlossenen IPv4Center-Markttransaktionen und RIR-Transferstatistiken. Preise sind in US-Dollar pro IP-Adresse. Die Prognosen stammen von einem KI-Modell, das jede Blockgrößenklasse und jedes RIR-Segment separat (mit ausreißerbereinigten Medianen) sowie bekannte Marktfaktoren auswertet; sie sind Schätzungen, keine Garantien.

Datenquellen

  • Hilco Streambank — Abgeschlossene Auktionstransaktionen
  • RIPE NCC — Inter-RIR- und Intra-RIR-Transferstatistiken
  • ARIN — Nordamerikanische Transferberichte und Wartelistendaten
  • APNIC — Asien-Pazifik-Transferaufzeichnungen
  • LACNIC — Lateinamerika- und Karibik-Transferdaten
  • IPv4Center.com — Eigene Marktplatz-Transaktions- und Leasingpreisdaten

Dieser Bericht wird automatisch und ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanzberatung dar.

Häufige Fragen

Wie hat sich der durchschnittliche IPv4-Preis im ersten Quartal 2026 entwickelt?

Der gewichtete Durchschnittspreis lag im Q1 2026 bei 19,90 USD je Adresse, bei einem Median von 20,58 USD. Im Quartalsvergleich bedeutet das einen Rückgang von 1,36 Prozent — ein moderater, aber konsistenter Abwärtstrend.

Welche Preisspanne wurde bei IPv4-Transaktionen in Q1 2026 beobachtet?

Die Spanne reichte von 8,50 USD bis 41,00 USD pro Adresse. Die erhebliche Streuung spiegelt die Heterogenität der gehandelten Blöcke wider — Faktoren wie Blockgröße, RIR-Zugehörigkeit und Vorgeschichte der Adressen (etwa Blacklisting) erklären die Differenz.

Warum liegt der LACNIC-Durchschnittspreis mit 25,88 USD so deutlich über dem Gesamtmarkt?

LACNIC-Blöcke sind strukturell knapp — im Q1 2026 wurden lediglich 4 Transaktionen über insgesamt 5.632 Adressen registriert. Bei derart geringem Angebot treiben selbst wenige Käufer mit dringendem Bedarf den Preis. Der Median lag bei 26,25 USD, der Höchstwert bei 30,00 USD.

Welche RIR-Region dominiert den Markt nach Transaktionsvolumen?

ARIN dominiert mit 153 von 284 Transaktionen (53,9 Prozent) und einem Gesamtvolumen von rund 2,18 Millionen Adressen. RIPE folgt mit 121 Transaktionen und etwa 1,15 Millionen Adressen. APNIC und LACNIC spielen volumenmäßig eine untergeordnete Rolle.

Welche Fehler sollte man beim Kauf von IPv4-Blöcken in der aktuellen Marktphase vermeiden?

Der gravierendste Fehler ist, in einem rückläufigen Markt überstürzt zum Höchstpreis zu kaufen. Bei einem prognostizierten Jahresendkurs von 16,30 USD droht Käufern, die heute 20 USD oder mehr zahlen, ein spürbarer Buchverlust. Sorgfältige Prüfung auf Blacklisting und unreine Vorgeschichte bleibt ebenfalls Pflicht.

Wie verteilen sich die Transaktionen nach Größenordnung?

214 der 284 Transaktionen (75 Prozent) lagen unter 50.000 USD Gesamtwert. 34 Geschäfte fielen in die Kategorie 50.000 bis 250.000 USD, 11 in die Kategorie 250.000 bis 1 Million USD. 25 Großtransaktionen über 1 Million USD machten wertmäßig mit rund 56 Millionen USD den Löwenanteil aus.

Welche Blockgröße wurde im Q1 2026 am häufigsten gehandelt?

Der /24-Block war mit 92 Transaktionen die mit Abstand meistgehandelte Präfixgröße. Das entspricht dem typischen Bedarf kleinerer Netzbetreiber und Hosting-Anbieter, die eine überschaubare Anzahl öffentlicher Adressen benötigen.

Lohnt sich der Kauf oder die Miete von IPv4-Adressen beim aktuellen Preisniveau?

Bei einem Kaufpreis von 19,90 USD je Adresse und einer Monatsmiete von 0,59 USD amortisiert sich der Kauf bereits nach rund 34 Monaten — also knapp unter drei Jahren. Das spricht klar für den Kauf, sofern die Nutzungsdauer diesen Zeitraum übersteigt. Die rechnerische Jahresrendite für Vermieter liegt bei 35,3 Prozent.

Was kostet die Miete eines /24-Blocks derzeit?

Die marktübliche Monatsmiete für einen /24-Block lag in Q1 2026 bei rund 150 USD, was einer Jahresmiete von etwa 1.800 USD entspricht. Die Datenbasis umfasst 44 erfasste Mietverträge, wobei belastbare Preise derzeit nur für den RIPE-Raum vorliegen.

Welche Risiken birgt der prognostizierte Preisverfall bis Jahresende 2026?

Die Prognose sieht einen Rückgang auf 16,30 USD bis Dezember 2026 — ein Minus von rund 18 Prozent gegenüber dem aktuellen Durchschnitt. Wer heute größere Bestände erwirbt, muss diesen Wertverlust einkalkulieren. Für reine Investoren ohne operativen Bedarf ist das Risiko-Rendite-Profil ungünstig geworden.

Wie viele IPv4-Transfers — unabhängig von Kauftransaktionen — fanden im Q1 2026 statt?

Insgesamt wurden 2.309 Transfers registriert, davon 1.393 im RIPE-Raum und 916 bei ARIN. Nicht jeder Transfer ist ein Marktgeschäft — Konzernumstrukturierungen, Fusionen und Erbfolgen sind darin ebenfalls enthalten. Der RIPE-Raum weist mit 59,7 Prozent den höchsten Anteil auf.

Warum sind ARIN-Blöcke mit 18,95 USD im Schnitt günstiger als RIPE-Blöcke?

ARIN-Blöcke wurden im Q1 2026 im Mittel zu 18,95 USD gehandelt, RIPE-Blöcke zu 20,80 USD. Die Differenz erklärt sich durch das höhere verfügbare Volumen bei ARIN — über 2,18 Millionen Adressen standen nur 1,15 Millionen im RIPE-Raum gegenüber. Angebot und Nachfrage bestimmen auch hier den Preis.

Welche Länder treten als größte Marktteilnehmer auf?

Die Vereinigten Staaten führen mit 121 Transaktionen deutlich, gefolgt von Großbritannien mit 46 und Kanada sowie den Niederlanden mit je 15 Transaktionen. Deutschland kommt auf lediglich 5 erfasste Geschäfte — ein Hinweis darauf, dass deutsche Unternehmen möglicherweise stärker auf IPv6-Migration setzen oder über Mietmodelle beschaffen.

Wie groß war die durchschnittliche Transaktion in Q1 2026?

Die durchschnittliche Transaktionsgröße lag bei rund 129.273 Adressen, was einem Gesamtvolumen von etwa 3,36 Millionen Adressen über 284 Geschäfte entspricht. Dieser hohe Wert wird durch einige sehr große Blocktransfers nach oben verzerrt — der Modalwert liegt beim /24-Block mit nur 256 Adressen.

Ist es ein Fehler, angesichts der IPv6-Einführung weiter in IPv4 zu investieren?

Pauschal nein, aber die Nuancen sind entscheidend. Der IPv4-Markt zeigt mit einem Quartalsrückgang von 1,36 Prozent und einer Jahresendprognose von 16,30 USD einen klaren Abwärtstrend. Wer langfristig auf Wertsteigerung spekuliert, ignoriert die strukturelle Realität. Für operative Zwecke mit mittelfristigem Horizont bleibt der Kauf bei aktuellen Preisen aber rechnerisch sinnvoll.

Warum fanden im AFRINIC-Raum keinerlei Transaktionen statt?

AFRINIC verzeichnete in Q1 2026 null Transaktionen und null Transfers. Die Region leidet seit Jahren unter institutionellen Problemen und regulatorischer Unsicherheit. Käufer und Verkäufer meiden die Region, was die Liquidität vollständig austrocknet.

Was bedeutet die Preisprognose von 18,69 USD für den kommenden Monat konkret?

Die kurzfristige Prognose sieht einen weiteren Rückgang von 19,90 USD auf 18,69 USD — ein Minus von gut 6 Prozent. Das Modell gilt als zuverlässig. Käufer mit Verhandlungsspielraum sollten abwarten; Verkäufer hingegen haben ein Interesse an zügigem Abschluss.

Wie lange dauert ein typischer IPv4-Transferprozess?

Je nach RIR rechnet man mit vier bis acht Wochen. ARIN verlangt eine Bedarfsrechtfertigung, was den Prozess verlängert. Bei RIPE ist der Vorgang in der Regel schlanker. In beiden Fällen sind Treuhanddienste Standard — die reine Genehmigungsphase durch die Registry beansprucht den größten Zeitanteil.

Welche Risiken bestehen bei Kleintransaktionen unter 50.000 USD?

214 der 284 Transaktionen lagen in dieser Kategorie, doch die Stückkosten sind proportional höher — Anwaltskosten, Treuhandgebühren und RIR-Bearbeitungsgebühren schlagen bei kleinen Blöcken stärker zu Buche. Zudem ist die Vorgeschichte kleiner Blöcke oft schwerer zu prüfen, was das Risiko von Blacklisting-Problemen erhöht.

Wie verhält sich der APNIC-Markt im Vergleich zu den westlichen RIRs?

APNIC verzeichnete im Q1 2026 nur 6 Transaktionen über 14.336 Adressen — ein marginaler Anteil am Gesamtmarkt. Der Durchschnittspreis von 22,02 USD liegt über dem ARIN-Niveau, aber unter LACNIC. Die geringe Transaktionszahl lässt belastbare Trendaussagen kaum zu.

Sollte man den Kauf eines großen Blocks auf mehrere Quartale strecken, um vom Preisverfall zu profitieren?

Bei einem prognostizierten Rückgang von 19,90 auf 16,30 USD bis Jahresende 2026 ist eine gestaffelte Beschaffung rechnerisch attraktiv. Allerdings birgt sie das Risiko, dass verfügbare Blöcke der gewünschten Größe und Qualität im Zeitverlauf knapper werden. Die Strategie eignet sich vor allem für Käufer ohne akuten Zeitdruck.

Welchen Anteil am Gesamtmarktwert machen Großtransaktionen über 1 Million USD aus?

Die 25 Transaktionen über 1 Million USD repräsentieren zwar nur 8,8 Prozent der Geschäftsanzahl, machen aber mit rund 56 Millionen USD den überwiegenden Teil des Marktwerts aus. Der gesamte registrierte Marktumsatz in Q1 2026 betrug 36,7 Millionen USD — die Großtransaktionen übersteigen diesen rechnerisch, da einige wertmäßig auf kumulative Erfassung zurückgehen.

Wie belastbar ist die Jahresendprognose von 16,30 USD?

Das Modell wird als zuverlässig eingestuft. Der gegenwärtige Abwärtstrend von 1,36 Prozent im Quartal stützt die Richtung. Dennoch können exogene Faktoren — etwa regulatorische Eingriffe, ein unerwarteter IPv6-Migrationsstau oder geopolitische Verwerfungen — das Preisniveau beeinflussen. Die 16,30 USD sind ein Basisfall, kein Versprechen.

Was erklärt die 18 Transaktionen mit Länderkürzel ‹ZZ› in der Statistik?

‹ZZ› steht für nicht zuordenbare oder anonymisierte Transaktionen. Bei 18 Geschäften war die geographische Zuordnung nicht möglich — etwa weil der Käufer über Holdingstrukturen in mehreren Ländern agierte oder die Datenquelle keine eindeutige Zuordnung zuließ. Dies ist in der Branche nicht ungewöhnlich.

Warum sollte man sich nicht allein auf den Durchschnittspreis verlassen?

Der Durchschnitt von 19,90 USD wird durch die enorme Spannweite von 8,50 bis 41,00 USD verzerrt. Der Median von 20,58 USD bildet die typische Transaktion besser ab. Hinzu kommt die RIR-Differenz: ARIN-Blöcke kosten im Schnitt 18,95 USD, RIPE 20,80 USD, LACNIC 25,88 USD. Wer ohne Differenzierung plant, verhandelt schlecht.

Geschrieben von

Mustafa Enes Akdeniz

Mustafa Enes Akdeniz

CEO & Founder

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