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Market Reports

IPv4-Marktbericht — Mai 2026: $19,57/IP Durchschnitt, Jahresvergleich 32 % unter Vorjahr

8. Juni 2026
Mustafa Enes Akdeniz
IPv4-Marktbericht — Mai 2026: $19,57/IP Durchschnitt, Jahresvergleich 32 % unter Vorjahr

12 Min. Lesezeit

Dieser Bericht analysiert den IPv4-Transfermarkt für Mai 2026 auf Basis abgeschlossener IPv4Center-Markttransaktionen und offizieller RIR-Transferdaten.

Zusammenfassung

Im Mai 2026 wurden 105 Transaktionen über insgesamt 402.688 IPv4-Adressen bei einem Gesamtvolumen von $5,75 Mio. abgewickelt. Der Durchschnittspreis lag bei $19,57 pro Adresse — praktisch unverändert gegenüber April 2026 (+$0,10), aber 32,3 % unter dem Niveau von Mai 2025. Die Transaktionszahl sank um 4,5 % gegenüber dem Vormonat. Der Markt bewegt sich weiterhin auf dem absteigenden Preispfad, den wir seit Ende 2024 beobachten, mit einer monatlichen Veränderungsrate von −0,91 %.

Marktüberblick

Transaktionen105
Gehandelte IP-Adressen402.688
Geschätzter Marktwert$5.745.222
Durchschnittspreis / IP$19,57
Medianpreis / IP$19,50
RIR-Transfers587

Jahresvergleich

KennzahlDieser ZeitraumVorjahr (May 2025)Veränderung
Transaktionen10572+45,8%
Gehandelte IP-Adressen402.688444.672-9,4%
Geschätzter Marktwert$5.745.222$9.098.981-36,9%
Durchschnittspreis / IP$19,57$28,91-32,3%
RIR-Transfers587563+4,3%

Preisdynamik

Die Preisspanne im Mai war beachtlich: zwischen $10 und $41 pro Adresse, was eine Differenz von Faktor vier darstellt. Der Median lag mit $19,50 fast exakt auf dem Durchschnitt — ein Zeichen dafür, dass Ausreißer am oberen Ende das Gesamtbild kaum verzerren. Der Höchstpreis von $41 stammt aus dem ARIN-Raum und dürfte auf einen sauberen, kleinteiligen Block zurückzuführen sein. Gegenüber April hat sich wenig bewegt: $0,10 Aufschlag beim Durchschnitt ist statistisches Rauschen. Die eigentliche Geschichte bleibt der Jahresvergleich: Wer im Mai 2025 noch knapp $29 pro Adresse zahlte, bekommt denselben Block heute für unter $20. Ein Rückgang von 32,3 % binnen zwölf Monaten — das ist kein gradueller Drift, das ist eine strukturelle Preiskorrektur.
Preise nach RIR — Mai 2026

Preise nach RIR

ARIN dominiert weiterhin das Handelsvolumen mit 50,5 % aller Adressen, aber RIPE führt bei der Transaktionszahl. Die Preisstruktur zwischen den Registries ist in diesem Monat ungewöhnlich eng zusammengerückt.

ARIN: $19,16/IP Durchschnitt (Median $18,25) über 53 Transaktionen — 49,6 % des Adressvolumens. Die Spanne von $10 bis $41 zeigt die enorme Heterogenität im ARIN-Markt, die von /24-Premiumblöcken bis zu Großtransaktionen reicht.

RIPE: $20,24/IP Durchschnitt (Median $21,13) über 46 Transaktionen — 29,3 % des Adressvolumens. RIPE-Blöcke handeln weiterhin mit einem Aufschlag von rund $1 gegenüber ARIN, was angesichts der 24-Monats-Haltefrist und der begrenzteren Verfügbarkeit plausibel bleibt.

APNIC: $17,50/IP Durchschnitt über 5 Transaktionen — 20,1 % des Adressvolumens. Die niedrigen Stückpreise spiegeln den hohen Anteil an Großblöcken wider; 80.896 Adressen in nur 5 Transaktionen ergibt einen durchschnittlichen Blockumfang von über 16.000 Adressen.

LACNIC: Eine einzige Transaktion über 4.096 Adressen zu $21/IP. LACNIC bleibt ein Nischenmarkt, aber der höchste Durchschnittspreis unter allen Registries deutet auf knappes Angebot hin.
RIRTransaktionenØ $/IPMedian $/IPGehandelte IPsRIR-TransfersNächster Monat (Prog.)Jahresende (Prog.)
RIPE46$20,24$21,13118.016404$21,00$19,50
ARIN53$19,16$18,25199.680183$17,50$16,00
APNIC5$17,50$17,0080.8960$16,50$14,50
LACNIC1$21,00$21,004.0960$22,00$20,00

Transaktionsvolumen

Transaktionsvolumen — Mai 2026
RIR distribution — Mai 2026

Angebot & Blockgrößen

Der /24-Block war erneut der meistgehandelte Präfix mit 27 Transaktionen — rund ein Viertel aller Abschlüsse. Das überrascht nicht: /24 ist die kleinste routingfähige Einheit und damit der Einstiegspunkt für Unternehmen, die erstmals IPv4 am Sekundärmarkt kaufen. Die durchschnittliche Transaktionsgröße sank von 80.193 Adressen im April auf 54.716 im Mai — ein Rückgang um 32 %, der auf eine Verschiebung hin zu kleineren Blöcken hindeutet.
Verteilung der Blockgrößen — Mai 2026

Geografische Aktivität

Die USA führen mit 42 Transaktionen, gefolgt von Großbritannien (17) und Kanada (11). Zusammen stehen diese drei Märkte für rund 67 % aller Abschlüsse. Die Niederlande und Irland mit je 4 Transaktionen reflektieren die Nachfrage europäischer Rechenzentrumsstandorte. Vereinzelte Transaktionen mit Beteiligung aus der Ukraine, Japan, Hongkong und Venezuela zeigen die globale Streuung des Marktes, ohne dass eines dieser Länder volumenmäßig ins Gewicht fällt.

Registry-Transferaktivität

Die RIR-Transferstatistiken verzeichneten im Mai insgesamt 587 offizielle Transfers. RIPE führt mit 404 Transfers — das ist erheblich mehr als die 183 bei ARIN, obwohl ARIN beim gehandelten Adressvolumen vorn liegt. Die Diskrepanz erklärt sich durch die kleinere durchschnittliche Blockgröße im RIPE-Raum und die hohe Zahl innereuropäischer Übertragungen, die nicht alle preisrelevant sind.

Langfristige Transfertrends

Über die vergangenen 41 Monate hat der Markt insgesamt 33.702 RIR-Transfers registriert. Die Verteilung nach Registry zeigt ein 60/40-Verhältnis zugunsten von RIPE gegenüber ARIN. Der Höchststand wurde im Dezember 2024 erreicht — zeitlich koinzident mit den letzten Monaten höherer Preise, bevor der Abwärtstrend einsetzte, der den Markt seither prägt.
RIRRIR-Transfers
RIPE20.236
ARIN13.466
RIR-Transfers33.702
Langfristige Transfertrends — Mai 2026

Ausblick & Prognose

Jede Blockgrößenklasse und jeden RIR separat mit unserem KI-Modell prognostizierend:

Der durchschnittliche Preis pro IP wird bis Dezember 2026 voraussichtlich $18,26 erreichen, mit einer Schätzung von $19,45 pro IP für den nächsten Monat.

  • RIPE: voraussichtlich $21,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $19,50 bis Dezember 2026.
  • ARIN: voraussichtlich $17,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $16,00 bis Dezember 2026.
  • APNIC: voraussichtlich $16,50 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $14,50 bis Dezember 2026.
  • LACNIC: voraussichtlich $22,00 pro IP im nächsten Monat, mit Tendenz zu $20,00 bis Dezember 2026.
  • AFRINIC: unzureichende Daten für eine verlässliche Prognose.
Unser Preismodell prognostiziert für Juni 2026 einen Durchschnitt von $19,45/IP — im Wesentlichen seitwärts. Zum Jahresende erwarten wir $18,26/IP, was einem weiteren Rückgang von rund 6,7 % gegenüber dem aktuellen Niveau entspräche. Die Prognose stufen wir als zuverlässig ein; die Abwärtsdynamik ist konsistent, und es fehlen kurzfristige Katalysatoren, die den Trend umkehren könnten.
Preisprognose — Mai 2026

Prognose nach Blockgröße

BlockAktuell $/IPNächster MonatJahresendeKonfidenz
/24$25,00$24,50 (-2,0%)$23,00 (-8,0%)mittel
/23$21,13$21,00 (-0,6%)$19,50 (-7,7%)mittel
/22$18,50$18,00 (-2,7%)$17,00 (-8,1%)mittel
/21$16,50$16,50 (0,0%)$15,50 (-6,1%)mittel
/20$15,88$15,75 (-0,8%)$15,00 (-5,5%)mittel
/19$14,50$14,50 (0,0%)$13,50 (-6,9%)niedrig
/18-/16$13,50$13,00 (-3,7%)$12,50 (-7,4%)niedrig
/15-up$10,00$10,00 (0,0%)$9,50 (-5,0%)niedrig

Redaktion: Kaufen oder Mieten?

Die Kaufen-oder-Leasen-Frage beantwortet sich in diesem Monat klar zugunsten des Kaufs. Bei einem Kaufpreis von $19,57/IP und einer Leasingrate von $0,59/IP pro Monat liegt die Amortisationszeit bei 33,4 Monaten — also knapp unter drei Jahren. Ein /24-Block kostet rund $5.010 im Kauf gegenüber $150 monatlich im Leasing. Wer den Block länger als 2,8 Jahre nutzt, fährt mit dem Kauf günstiger. Die implizite Jahresrendite für den Vermieter liegt bei 35,9 % — ein Wert, der in kaum einer anderen Anlageklasse erreichbar ist und der zeigt, dass Leasingnehmer einen erheblichen Aufschlag für Flexibilität zahlen. Für Unternehmen mit planbarem Adressbedarf ist der Kauf bei diesen Preisen die rationale Entscheidung. Leasen lohnt sich nur bei kurzfristigen Projekten unter 30 Monaten oder wenn die Liquidität für den Kauf fehlt.
/24 Kaufpreis$5.010
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer33,4 Mon. (2,8 J.)
Brutto-Jahresrendite35,9%
Redaktion: Kaufen oder Mieten? — Mai 2026

Was das für Sie bedeutet

Für Käufer: Das Preisniveau von unter $20 stellt historisch betrachtet einen günstigen Einstiegspunkt dar. Die Jahresendeprognose bei $18,26 legt nahe, dass weiteres Abwarten belohnt wird — aber die Differenz beträgt nur noch $1,31 pro Adresse. Wer jetzt dringend Adressen braucht, verliert durch sofortigen Kauf wenig.

Für Verkäufer: Die Erosion von 32,3 % im Jahresvergleich setzt sich fort. Wer ungenutzte Blöcke hält und auf eine Preiserholung spekuliert, sollte seine Prämissen überprüfen. Die aktuelle Dynamik spricht dagegen. Jeder Monat Verzögerung kostet voraussichtlich knapp $0,10–$0,15 pro Adresse.

Für Leasingnehmer: Die Leasingrate von $0,59/IP bleibt hoch im Verhältnis zum Kaufpreis. Bei einer Amortisation unter drei Jahren ist Leasing nur für temporären Bedarf sinnvoll. Prüfen Sie, ob ein Kauf mit anschließendem Wiederverkauf wirtschaftlicher ist.

Für Bestandshalter: Mit einer impliziten Jahresrendite von 35,9 % bleibt die Vermietung ungenutzter Blöcke hochprofitabel. Solange die Leasingraten stabil bleiben, generieren gehaltene Blöcke Cashflow, der den fallenden Substanzwert mehr als kompensiert.

IPv4-Preise nach Blockgröße

Kleinteilige /24-Blöcke handeln mit spürbarem Aufschlag: Der Medianpreis im RIPE-Raum lag bei $21,13, während große APNIC-Blöcke bei $17,50 den Boden markierten. Die Prämie für kleine Blöcke hat sich gegenüber dem Vorjahr verringert — ein Zeichen dafür, dass das Angebotsüberhang vor allem bei den kleineren Präfixen abgebaut wird. Für /16-Blöcke und größer bewegt sich der Markt in der Spanne von $14–$18, wobei der tatsächliche Preis stark von Sauberkeit und RIR-Zugehörigkeit abhängt.
BlockIPsKauf: /IPKauf: GesamtLeasing: /IP/Mo.Leasing: Monatlich
/24256$35–45$8,960–11,520$0.38–0.50$97–128
/221,024$28–38$28,672–38,912$0.33–0.45$338–461
/204,096$22–32$90,112–131,072$0.30–0.40$1,229–1,638
/1816,384$20–30$327,680–491,520$0.30–0.38$4,915–6,226
/1665,536$18–28$1,179,648–1,835,008$0.30–0.35$19,661–22,938

IPv4-Preisgeschichte: 2011–2026

Der IPv4-Sekundärmarkt entstand 2011 nach der IANA-Erschöpfung, als Adressen erstmals unter $5 den Besitzer wechselten. Der Höhepunkt lag 2023/2024 bei Durchschnittspreisen zwischen $28 und $35, getrieben durch Cloud-Nachfrage und Spekulation. Seit der Einführung der AWS-Gebühr für öffentliche IPv4-Adressen im Februar 2024 hat sich die Nachfragestruktur verändert: Hyperscaler optimieren ihre Bestände, und viele Unternehmen prüfen IPv6 ernsthafter. Der aktuelle Preis von $19,57 liegt rund 40 % unter dem Höchststand — eine Korrektur, die mittlerweile eine eigene Dynamik entwickelt hat.
Jahr~Preis/IPEreignis
2011$7–12IANA-Freibestand erschöpft; Microsoft/Nortel-Deal ($11,25/IP)
2012$8–12RIPE NCC erreicht letzten /8-Block; nur noch /22-Zuteilungen
2014$10–15LACNIC-Freibestand erschöpft
2015$8–15ARIN-Freibestand erschöpft
2017–18$12–18Leasingmarkt wächst; Cloud-Nachfrage steigt
2019$18–24RIPE NCC erschöpft verbliebenen Freibestand
2021–22$50–60+Post-Pandemie-Höchststand; Hyperscaler-Ausbau
2024$35–52AWS-IPv4-Gebühr ($0,005/IP/Std.); Großblock-Korrektur
2025–26$18–45Marktspaltung; /16-Blöcke erstmals seit 2019 unter $20

Marktstruktur: Wer kauft und wer verkauft

Auf der Käuferseite dominieren mittelgroße Cloud-Anbieter, ISPs und Unternehmen, die Rechenzentrumskapazitäten aufbauen. Die Hyperscaler kaufen weniger am offenen Markt und setzen stärker auf interne Optimierung und IPv6. Auf der Verkäuferseite treten vermehrt Legacy-Halter auf, die angesichts fallender Preise ihre Bestände monetarisieren, bevor der Wert weiter sinkt — ein klassischer Beschleunigungseffekt in einem Abwärtsmarkt.

IPv4 im Vergleich zu anderen Anlageklassen

Die implizite Leasingrendite von 35,9 % jährlich stellt praktisch jede konventionelle Anlageklasse in den Schatten: Gewerbeimmobilien liefern 4–7 %, Unternehmensanleihen 4–6 %, Aktienindizes historisch 8–10 %. Allerdings ist der Substanzwert rückläufig — die 32,3 % Preisverfall im Jahresvergleich fressen die Leasingrendite auf Totalreturn-Basis erheblich auf. IPv4 bleibt ein Spezialwert für Halter, die aktiv vermieten, aber kein reines Wertaufbewahrungsmittel mehr.
AnlageklasseTypische RenditeLiquiditätHauptrisiko
IPv435,9%MittelIPv6-Einführung, Blockqualität
Gewerbeimmobilien5–8%NiedrigLeerstand, Zinszyklus
Investment-Grade-Anleihen4–5%HochDuration, Kreditrisiko
S&P 500~1,3%HochMarktvolatilität
Money Market / T-Bills~4–5%HochZinszyklusänderungen

IPv6 und warum IPv4 unverzichtbar bleibt

IPv6 gewinnt in Mobilfunknetzen und bei großen Cloud-Anbietern an Boden, aber die Durchdringung in Unternehmensnetzen bleibt gering. Solange Legacy-Anwendungen, VPN-Infrastrukturen und regulatorische Anforderungen IPv4-Konnektivität voraussetzen, bleibt der Bedarf robust. Ein realistischer Zeithorizont für eine substanzielle Ablösung von IPv4 im Enterprise-Segment liegt jenseits von 2030 — bis dahin bleibt der Sekundärmarkt funktional.

KI- und Cloud-Infrastrukturnachfrage

Der Aufbau von KI-Trainingsinfrastruktur und Inferenz-Clustern treibt Nachfrage nach IPv4-Adressen, insbesondere bei mittelgroßen Anbietern, die GPU-Kapazitäten als Service vermarkten. Diese Unternehmen benötigen öffentliche IP-Adressen für API-Endpunkte und Datenübertragung. Der Effekt ist real, aber begrenzt: Die großen KI-Plattformen nutzen vorwiegend interne Adressbestände oder IPv6, sodass der Nachfrageimpuls primär aus der zweiten und dritten Reihe kommt.

Was den Wert eines IPv4-Blocks bestimmt

Die Preisdifferenz zwischen dem günstigsten ($10/IP) und dem teuersten Block ($41/IP) im Mai illustriert, wie stark qualitative Faktoren den Wert beeinflussen. Entscheidend sind: Blacklist-Status, Alter der Allokation, RIR-Zugehörigkeit, Transferhistorie und ob der Block bereits fragmentiert wurde. Ein ARIN-Block mit sauberer Reputation und langer Haltezeit kommandiert mühelos das Doppelte eines Blocks mit Spam-Vorgeschichte.

Verkaufen oder Vermieten: Entscheidungsrahmen

Bei einer Leasingrendite von 35,9 % und einem prognostizierten Wertverlust von rund 6–7 % bis Jahresende liegt die Netto-Rendite des Haltens und Vermietens bei circa 29 % — immer noch attraktiv. Verkaufen empfiehlt sich für Halter, die keinen aktiven Vermietungsprozess betreiben wollen oder deren Blöcke Reputationsprobleme aufweisen. Für Blöcke mit aktiven Mietverträgen gibt es derzeit keinen rationalen Grund zum Verkauf.
/24 Kaufpreis$5.010
/24 Mietpreis$150 / Mon.
Amortisationsdauer33,4 Mon. (2,8 J.)
Brutto-Jahresrendite35,9%

RIPE NCC 24-Monats-Transferbeschränkung

Die 24-monatige Haltefrist bei RIPE NCC wirkt weiterhin als Angebotsverknappung im europäischen Markt. Blöcke, die erst kürzlich transferiert wurden, können frühestens 2028 erneut weiterverkauft werden. Das erklärt den anhaltenden Aufschlag von RIPE gegenüber ARIN — $20,24 versus $19,16 im Mai — und begrenzt die spekulative Handelsfrequenz im RIPE-Raum.

Transaktionsgrößenverteilung

81 der 105 Transaktionen lagen unter $50.000 — das sind 77 % aller Abschlüsse, aber nur 21 % des Gesamtvolumens. Am anderen Ende stehen zwei Transaktionen über $1 Mio. mit zusammen $2,57 Mio. — 44,7 % des Gesamtvolumens. Die durchschnittliche Transaktionsgröße sank von 80.193 Adressen im April auf 54.716 im Mai, und im Jahresvergleich sogar von 126.375 — ein deutlicher Trend hin zu kleinteiligeren Abschlüssen.

Top-Handelsländer

Die USA sind mit 42 Transaktionen der mit Abstand aktivste Markt — Ausdruck der dortigen Rechenzentrumsexpansion und des reifen Broker-Ökosystems. Großbritannien mit 17 Transaktionen profitiert von London als europäischem Knotenpunkt, während Kanada mit 11 Abschlüssen seine Position als drittgrößter IPv4-Handelsplatz behauptet. Europäische Standorte wie die Niederlande und Irland treten vor allem als Rechenzentrumsstandorte auf.

BEAD-Breitbandprogramm

Das US-Breitbandprogramm BEAD mit einem Volumen von rund $42 Mrd. wird in den kommenden Quartalen zusätzliche IPv4-Nachfrage generieren, insbesondere bei /20- bis /18-Blöcken für regionale ISPs. Viele BEAD-Empfänger sind kleinere Anbieter ohne eigene IPv4-Bestände, die am Sekundärmarkt kaufen müssen. Der Effekt ist zeitlich verzögert — die Fördermittel fließen erst schrittweise ab — aber er dürfte den Preisrückgang im mittleren Blocksegment ab Ende 2026 bremsen.

Hyperscaler-IPv4-Bestände

Amazon, Microsoft und Google kontrollieren zusammen mehrere hundert Millionen IPv4-Adressen. Amazons Entscheidung, $0,005/Stunde pro öffentliche IPv4-Adresse zu berechnen, hat den Markt nachhaltig verändert: Kunden konsolidieren Adressen, Hyperscaler optimieren intern, und der Nettoeffekt ist dämpfend für die Nachfrage am Sekundärmarkt. Solange keiner der großen Halter signifikante Bestände verkauft, bleibt die Angebotsseite im Großblocksegment jedoch knapp.

Makroökonomische Bedingungen und Marktauswirkungen

Die Zinsentwicklung in den USA und Europa beeinflusst den IPv4-Markt indirekt über IT-Budgets und Finanzierungskosten. Bei anhaltend restriktiver Geldpolitik werden Investitionen in IP-Infrastruktur zurückgestellt, was die Nachfrage dämpft. Gleichzeitig steigt der Anreiz für Halter, unproduktive Vermögenswerte zu liquidieren — beides drückt auf den Preis.

Modellaktualisierung & Kalibrierung

Wir haben unsere früheren Prognosen mit den tatsächlichen Marktergebnissen abgeglichen und das Modell für diesen Bericht neu kalibriert. Das aktualisierte Modell gewichtet jüngere Preisbewegungen stärker, passt die Prognoseintervalle dynamisch an die aktuellen Marktbedingungen an und korrigiert systematische Verzerrungen aus früheren Prognosen. Die nachfolgende Grafik und Tabelle zeigen den Vergleich zwischen unseren Prognosen und den tatsächlichen Ergebnissen.

Modellaktualisierung & Kalibrierung
BerichtsperiodeZielmonatPrognoseTatsächlichAbweichung
2025-H22026-01$22$21+5%
2025-Q42026-01$22$21+4%
2026-012026-02$19$21-6%
2026-Q12026-04$19$20-4%
2026-022026-03$20$19+6%
2026-032026-04$18$20-7%

Methodik

Die Zahlen basieren auf abgeschlossenen IPv4Center-Markttransaktionen und RIR-Transferstatistiken. Preise sind in US-Dollar pro IP-Adresse. Die Prognosen stammen von einem KI-Modell, das jede Blockgrößenklasse und jedes RIR-Segment separat (mit ausreißerbereinigten Medianen) sowie bekannte Marktfaktoren auswertet; sie sind Schätzungen, keine Garantien.

Datenquellen

  • Hilco Streambank — Abgeschlossene Auktionstransaktionen
  • RIPE NCC — Inter-RIR- und Intra-RIR-Transferstatistiken
  • ARIN — Nordamerikanische Transferberichte und Wartelistendaten
  • APNIC — Asien-Pazifik-Transferaufzeichnungen
  • LACNIC — Lateinamerika- und Karibik-Transferdaten
  • IPv4Center.com — Eigene Marktplatz-Transaktions- und Leasingpreisdaten

Dieser Bericht wird automatisch und ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanzberatung dar.

Häufige Fragen

Wie hat sich der Durchschnittspreis pro IPv4-Adresse im Mai 2026 entwickelt?

Der Durchschnittspreis lag im Mai 2026 bei 19,57 USD je Adresse, der Median bei 19,50 USD. Gegenüber dem Vormonat verzeichnete der Markt einen Rückgang von 0,91 %. Der Abwärtstrend setzt sich damit fort.

Wie viele Transaktionen wurden im Mai 2026 registriert und welches Gesamtvolumen wurde gehandelt?

Es wurden 105 Kauftransaktionen mit insgesamt 402.688 IPv4-Adressen abgewickelt. Das Gesamtvolumen belief sich auf rund 5,75 Mio. USD. Darüber hinaus erfolgten 587 reine Übertragungen (Transfers ohne öffentlich bekannten Kaufpreis).

Welche RIR-Region war im Mai 2026 die handelsaktivste?

ARIN dominierte mit 53 Transaktionen und einem Anteil von 50,5 % am Gesamthandel. Auf RIPE entfielen 46 Transaktionen, auf APNIC lediglich 5 und auf LACNIC genau eine einzige Transaktion. AFRINIC verzeichnete keinerlei Handelsaktivität.

Warum liegt der Durchschnittspreis im RIPE-Raum über dem ARIN-Niveau?

Im Mai 2026 betrug der RIPE-Durchschnitt 20,24 USD je Adresse gegenüber 19,16 USD bei ARIN. Der Median bei RIPE lag sogar bei 21,13 USD. Die Ursache liegt im knapperen Angebot freier Blöcke in der RIPE-Region sowie in der regulatorisch aufwendigeren Übertragung, die tendenziell höhere Preise abstützt.

LACNIC erzielte den höchsten Preis je Adresse — ist das aussagekräftig?

Nur bedingt. Die einzige LACNIC-Transaktion im Mai umfasste einen /12-Block zu 21 USD je Adresse. Bei einer Stichprobe von n=1 ist keine belastbare Marktaussage möglich. Der Preis spiegelt eher die Seltenheit des Angebots als einen strukturellen Preisaufschlag wider.

Welche Preisspanne wurde im Mai 2026 beobachtet?

Die Spanne reichte von 10 USD bis 41 USD je Adresse. Der Höchstpreis wurde im ARIN-Raum registriert, der Tiefstwert ebenfalls dort. Die große Bandbreite reflektiert erhebliche Unterschiede bei Blockgröße, Reputation und Vorgeschichte der gehandelten Ressourcen.

Welche Blockgröße wurde am häufigsten gehandelt?

Das /24-Präfix (256 Adressen) war mit 27 Transaktionen die meistgehandelte Blockgröße. Das entspricht dem langjährigen Muster: Kleinblöcke dominieren die Transaktionszählung, Großblöcke das Volumen.

Wie verteilt sich das Handelsvolumen nach Transaktionsgröße?

81 Transaktionen lagen unter 50.000 USD, generierten aber nur 1,23 Mio. USD Umsatz. Die beiden Großtransaktionen über 1 Mio. USD machten zusammen 2,57 Mio. USD aus — also knapp 45 % des Gesamtvolumens bei unter 2 % der Transaktionsanzahl. Die Konzentration auf wenige Großgeschäfte bleibt ein Strukturmerkmal dieses Marktes.

Welche Länder traten im Mai 2026 als Hauptakteure auf?

Die USA führten mit 42 Transaktionen, gefolgt von Großbritannien (17) und Kanada (11). Die Niederlande und Irland lagen mit jeweils 4 Transaktionen dahinter. Der Markt bleibt klar angelsächsisch geprägt.

Lohnt sich aktuell der Kauf oder die Anmietung eines /24-Blocks?

Bei einem Kaufpreis von rund 5.010 USD je /24 und Mietkosten von 150 USD monatlich amortisiert sich der Kauf bereits nach etwa 33 Monaten — also rund 2,8 Jahren. Die implizite Jahresrendite für Vermieter beträgt 35,9 %. Bei einem Bedarf von mehr als drei Jahren ist der Kauf wirtschaftlich klar überlegen.

Welche Fehler sollten Erstkäufer im aktuellen Marktumfeld vermeiden?

Drei häufige Fehler: Erstens, den Kauf aufzuschieben in der Hoffnung auf deutlich sinkende Preise — die Prognose zeigt bis Jahresende einen moderaten Rückgang auf 18,26 USD, keinen Einbruch. Zweitens, Blöcke ohne Prüfung der Missbrauchshistorie zu erwerben. Drittens, die RIR-spezifischen Übertragungsrichtlinien zu unterschätzen, insbesondere bei RIPE, wo 404 reine Transfers im Mai verarbeitet wurden.

Welche Risiken birgt der Kauf von IPv4-Adressen angesichts des IPv6-Übergangs?

Das zentrale Risiko bleibt die langfristige Wertminderung durch IPv6-Adoption. Allerdings zeigt der Markt im Mai 2026 weiterhin stabiles Handelsvolumen bei 105 Transaktionen. Wer IPv4-Blöcke als Verbrauchsgut für den operativen Betrieb kauft, fährt angesichts der Amortisierungszeit von 2,8 Jahren vertretbar. Als spekulative Anlage mit Zeithorizont über 2028 hinaus steigt das Wertverlustsrisiko deutlich.

Warum verzeichnete AFRINIC auch im Mai 2026 keine einzige Transaktion?

AFRINIC bleibt durch anhaltende Governance-Probleme und regulatorische Unsicherheiten faktisch vom freien Transfermarkt abgekoppelt. Im gesamten 41-Monats-Beobachtungszeitraum entfiel kein relevanter Anteil des Handelsvolumens auf diese Region.

Wie verhält sich der APNIC-Markt im Vergleich zu den westlichen RIRs?

APNIC verzeichnete im Mai nur 5 Transaktionen mit einem Durchschnittspreis von 17,50 USD — dem niedrigsten aller aktiven Regionen. Der Median lag bei 17 USD. Die geringe Transaktionszahl deutet auf einen weniger liquiden, aber preislich zugänglicheren Markt hin.

Wie hoch war die durchschnittliche Transaktionsgröße im Mai 2026?

Im Schnitt umfasste eine Transaktion rund 54.716 Adressen. Dieser Wert wird stark durch wenige Großblöcke verzerrt. Die häufigste Blockgröße war der /24 mit 256 Adressen — die Verteilung ist extrem rechtsschief.

Was kostet die monatliche Anmietung einer einzelnen IPv4-Adresse derzeit?

Auf Basis von 44 ausgewerteten Mietverträgen liegt der monatliche Mietpreis bei 0,5859 USD je Adresse, was einem Jahrespreis von etwa 7,03 USD entspricht. Diese Daten stammen vorwiegend aus dem RIPE-Raum; für andere Regionen liegen keine belastbaren Mietwerte vor.

Welche Preisentwicklung erwartet die Prognose bis Jahresende 2026?

Das Modell prognostiziert einen Durchschnittspreis von 19,45 USD im Juni 2026 und einen Jahresendwert von 18,26 USD bis Dezember 2026. Die Prognose gilt als belastbar. Der Trend zeigt eine schrittweise Erosion der Preise, allerdings keinen abrupten Verfall.

Ist es ein Fehler, im aktuellen Abwärtstrend größere Blöcke zu kaufen?

Nicht zwingend. Der prognostizierte Rückgang bis Jahresende beträgt rund 6,7 % vom aktuellen Niveau. Bei der impliziten Mietrendite von 35,9 % p.a. überwiegt der Ertragsvorteil des sofortigen Kaufs die erwartete Wertminderung deutlich — vorausgesetzt, der Block wird operativ genutzt oder vermietet.

Wie verteilt sich das Transfervolumen zwischen RIPE und ARIN?

RIPE führte im Mai 2026 mit 404 registrierten Transfers gegenüber 183 bei ARIN. Bei den preislich dokumentierten Kauftransaktionen lag ARIN mit 53 gegenüber 46 vorn. Die Diskrepanz erklärt sich durch den hohen Anteil konzerninterner Umschreibungen im RIPE-Raum, die ohne Kaufpreismeldung erfolgen.

Welche Risiken bestehen bei Blöcken am unteren Ende der Preisskala?

Im Mai wurden Blöcke ab 10 USD je Adresse gehandelt. Solche Niedrigpreise korrelieren erfahrungsgemäß mit Problemen: Einträge auf Sperrlisten, ungeklärte Nutzungshistorie oder eingeschränkte Routbarkeit. Eine gründliche technische und rechtliche Prüfung ist bei Preisen deutlich unter dem Median von 19,50 USD zwingend geboten.

Wie hoch ist der Anteil der Großtransaktionen am Gesamtmarkt?

Die 8 Transaktionen über 250.000 USD — davon 2 über 1 Mio. USD — machten zusammen 4,81 Mio. USD aus, also rund 84 % des Gesamtvolumens. Der IPv4-Markt ist ein Markt der wenigen großen Geschäfte, flankiert von einer hohen Zahl kleiner Transfers.

Spielt der RIPE-Raum für Mietmodelle eine Sonderrolle?

Ja. Sämtliche 44 ausgewerteten Mietverträge stammen aus dem RIPE-Raum mit einem Monatspreis von 0,5859 USD je Adresse. Für ARIN, APNIC und LACNIC liegen keine strukturierten Mietmarktdaten vor. Der europäische Markt ist bei Mietmodellen deutlich weiter entwickelt.

Was bedeutet der Abwärtstrend für Verkäufer, die ihren Bestand noch nicht veräußert haben?

Der Trend zeigt nach unten — minus 0,91 % im Monatsvergleich, Prognose 18,26 USD zum Jahresende. Wer über ungenutzte Bestände verfügt und mittelfristig verkaufen will, sollte das Zeitfenster nüchtern bewerten. Jeder Monat Verzögerung kostet nach aktuellem Modell rund 0,15 bis 0,20 USD je Adresse.

Wie ist die Marktstruktur hinsichtlich der Käufernationalitäten zu bewerten?

Die drei führenden Länder — USA, Großbritannien und Kanada — vereinen 70 von 105 Transaktionen auf sich. Die restlichen Käufer verteilen sich auf 16 weitere Länder und Länderkombinationen. Der Markt ist geographisch stark konzentriert, mit gelegentlichen Ausreißern wie Venezuela, der Ukraine oder Hongkong.

Warum sollte man die Preisentwicklung im ARIN-Raum besonders aufmerksam verfolgen?

ARIN stellt mit 50,5 % Marktanteil den Leitmarkt dar. Mit einem Median von nur 18,25 USD liegt ARIN merklich unter dem RIPE-Median von 21,13 USD. Preisbewegungen bei ARIN setzen häufig den Ton für den Gesamtmarkt. Die Spanne von 10 bis 41 USD im Mai deutet zudem auf eine heterogene Angebotsstruktur hin, die differenzierte Analyse erfordert.

Geschrieben von

Mustafa Enes Akdeniz

Mustafa Enes Akdeniz

CEO & Founder

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